Unfallverhütungsvorschrift

BGV A1

Grundsätze der Prävention

vom 1. Januar 2010

in der Fassung vom 1. Januar 2010

Stand: Januar 2010

(Druck: 2013-04)

Inhaltsverzeichnis

Seite

Erstes Kapitel              Allgemeine Vorschriften

  • 1 Geltungsbereich von Unfallverhütungsvorschriften       3
    Zweites Kapitel            Pflichten des Unternehmers
  • 2 Grundpflichten des Unternehmers ……………………………………………………. 3
  • 3 Beurteilung der Arbeitsbedingungen,

Dokumentation, Auskunftspflichten ……………………………………………….. 4

  • 4 Unterweisung der Versicherten  …………………………………………………….. 4
  • 5 Vergabe von Aufträgen ……………………………………………………………………… 4
  • 6 Zusammenarbeit mehrerer Unternehmer …………………………………………. 5
  • 7 Befähigung für Tätigkeiten  …………………………………………………………….. 5
  • 8 Gefährliche Arbeiten  ……………………………………………………………………… 5
  • 9 Zutritts- und Aufenthaltsverbote ………………………………………………………… 6
  • 10 Besichtigung des Unternehmens, Erlass einer

Anordnung, Auskunftspflicht ………………………………………………………….. 6

  • 11 Maßnahmen bei Mängeln ……………………………………………………………………. 6
  • 12 Zurverfügungstellung von Vorschriften und Regeln ……………………………. 6
  • 13 Pflichtenübertragung …………………………………………………………………………… 7
  • 14 Ausnahmen …………………………………………………………………………………………. 7

Drittes Kapitel              Pflichten der Versicherten

  • 15 Allgemeine Unterstützungspflichten und Verhalten ……………………………. 7
  • 16 Besondere Unterstützungspflichten ……………………………………………………. 8
  • 17 Benutzung von Einrichtungen, Arbeitsmitteln und

Arbeitsstoffen  ………………………………………………………………………………… 8

  • 18 Zutritts- und Aufenthaltsverbote ………………………………………………………….. 8

Viertes Kapitel             Organisation des betrieblichen Arbeitsschutzes

Erster Abschnitt          Sicherheitstechnische und betriebsärztliche Betreuung, Sicherheitsbeauftragte

  • 19 Bestellung von Fachkräften für Arbeitssicherheit

und Betriebsärzten  ………………………………………………………………………… 9

  • 20 Sicherheitsbeauftragte ………………………………………………………………………… 9

Zweiter Abschnitt Maßnahmen bei besonderen Gefahren

  • 21 Allgemeine Pflichten des Unternehmers …………………………………………… 10
  • 22 Notfallmaßnahmen ……………………………………………………………………………. 10
  • 23 Maßnahmen gegen Einflüsse des Wetter‑

geschehens………………………………………………………………………………….. 10

Seite 1


Seite 2

Dritter Abschnitt           Erste Hilfe

  • 24 Allgemeine Pflichten des Unternehmers …………………………………………… 11
  • 25 Erforderliche Einrichtungen und Sachmittel ………………………………………. 11
  • 26 Zahl und Ausbildung der Ersthelfer …………………………………………………… 12
  • 27 Zahl und Ausbildung der Betriebssanitäter ……………………………………….. 13
  • 28 Unterstützungspflichten der Versicherten …………………………………………. 13

Vierter Abschnitt Persönliche Schutzausrüstungen

  • 29 Bereitstellung …………………………………………………………………………………….. 14
  • 30 Benutzung …………………………………………………………………………………………. 14
  • 31 Besondere Unterweisungen ……………………………………………………………… 14

Fünftes Kapitel              Ordnungswidrigkeiten

  • 32 Ordnungswidrigkeiten ……………………………………………………………………….. 15

Sechstes Kapitel           Übergangs- und Ausführungsbestimmungen

  • 33 Übergangs- und Ausführungsbestimmungen ……………………………………. 15

Siebtes Kapitel              Aufhebung von Unfallverhütungsvorschriften

  • 34 Aufhebung von Unfallverhütungsvorschriften …………………………………… 16

Achtes Kapitel               Inkrafttreten

  • 35 Inkrafttreten ……………………………………………………………………………………….. 17

Anlage 1:                          Zu § 2 Abs. 1 Staatliche Arbeitsschutzvorschriften ……………………………………  18

Anlage 2:                          Zu § 20 Abs. 1 Zahl der Sicherheitsbeauftragten ………………………………………  19

Anlage 3:                 Zu § 26 Abs. 2 Voraussetzungen für die Ermächtigung

als Stelle für die Aus- und Fortbildung in der Ersten Hilfe …………………………  56

Anlage 4:                 Zu § 34 Nr. 5 Liste der aufzuhebenden arbeitsmittel‑

bezogenen Unfallverhütungsvorschriften…………………………………………………… 59

Erstes Kapitel

Allgemeine Vorschriften

  • 1

Geltungsbereich von Unfallverhütungsvorschriften

Unfallverhütungsvorschriften gelten für Unternehmer und Versicherte; sie gelten auch

– für Unternehmer und Beschäftigte von ausländischen Unternehmen, die eine Tätigkeit im Inland ausüben, ohne einem Unfallversicherungsträger anzuge­hören;

– soweit in dem oder für das Unternehmen Versicherte tätig werden, für die ein anderer Unfallversicherungsträger zuständig ist.

Zweites Kapitel

Pflichten des Unternehmers

  • 2

Grundpflichten des Unternehmers

  • Der Unternehmer hat die erforderlichen Maßnahmen zur Verhütung von Arbeits­unfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren sowie für eine wirksame Erste Hilfe zu treffen. Die zu treffenden Maßnahmen sind insbesondere in staatlichen Arbeitsschutzvorschriften (Anlage 1), dieser Unfallverhütungsvorschrift und in weiteren Unfallverhütungsvorschriften näher bestimmt.
  • Der Unternehmer hat bei den Maßnahmen nach Absatz 1 von den allgemeinen Grundsätzen nach § 4 Arbeitsschutzgesetz auszugehen und dabei insbesondere das staatliche und berufsgenossenschaftliche Regelwerk heranzuziehen.
  • Der Unternehmer hat die Maßnahmen nach Absatz 1 entsprechend den Bestim­mungen des § 3 Abs. 1 Sätze 2 und 3 und Absatz 2 Arbeitsschutzgesetz zu planen, zu organisieren, durchzuführen und erforderlichenfalls an veränderte Gegebenheiten anzupassen.
  • Der Unternehmer darf keine sicherheitswidrigen Weisungen erteilen.
  • Kosten für Maßnahmen nach dieser Unfallverhütungsvorschrift und den für ihn sonst geltenden Unfallverhütungsvorschriften darf der Unternehmer nicht den Ver­sicherten auferlegen.

Seiet 3


Zweites Kapitel

Pflichten des Unternehmers

  • 2

Grundpflichten des Unternehmers

  • Der Unternehmer hat die erforderlichen Maßnahmen zur Verhütung von Arbeits­unfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren sowie für eine wirksame Erste Hilfe zu treffen. Die zu treffenden Maßnahmen sind insbesondere in staatlichen Arbeitsschutzvorschriften (Anlage 1), dieser Unfallverhütungsvorschrift und in weiteren Unfallverhütungsvorschriften näher bestimmt.
  • Der Unternehmer hat bei den Maßnahmen nach Absatz 1 von den allgemeinen Grundsätzen nach § 4 Arbeitsschutzgesetz auszugehen und dabei insbesondere das staatliche und berufsgenossenschaftliche Regelwerk heranzuziehen.
  • Der Unternehmer hat die Maßnahmen nach Absatz 1 entsprechend den Bestim­mungen des § 3 Abs. 1 Sätze 2 und 3 und Absatz 2 Arbeitsschutzgesetz zu planen, zu organisieren, durchzuführen und erforderlichenfalls an veränderte Gegebenheiten anzupassen.
  • Der Unternehmer darf keine sicherheitswidrigen Weisungen erteilen.
  • Kosten für Maßnahmen nach dieser Unfallverhütungsvorschrift und den für ihn sonst geltenden Unfallverhütungsvorschriften darf der Unternehmer nicht den Ver­sicherten auferlegen.

3

 

  • 3

Beurteilung der Arbeitsbedingungen, Dokumentation, Auskunftspflichten

  • Der Unternehmer hat durch eine Beurteilung der für die Versicherten mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdungen entsprechend § 5 Abs. 2 und 3 Arbeitsschutzgesetz zu ermitteln, welche Maßnahmen nach § 2 Abs. 1 erforderlich sind.
  • Der Unternehmer hat Gefährdungsbeurteilungen insbesondere dann zu überprü­fen, wenn sich die betrieblichen Gegebenheiten hinsichtlich Sicherheit und Gesund­heitsschutz verändert haben.
  • Der Unternehmer hat entsprechend § 6 Abs. 1 Arbeitsschutzgesetz das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung nach Absatz 1, die von ihm festgelegten Maßnahmen und das Ergebnis ihrer Überprüfung zu dokumentieren.
  • Der Unternehmer hat der Berufsgenossenschaft alle Informationen über die im Betrieb getroffenen Maßnahmen des Arbeitsschutzes auf Wunsch zur Kenntnis zu ge­ben.
  • 4

Unterweisung der Versicherten

  • Der Unternehmer hat die Versicherten über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, insbesondere über die mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdungen und die Maßnahmen zu ihrer Verhütung, entsprechend § 12 Abs. 1 Arbeitsschutzgesetz sowie bei einer Arbeitnehmerüberlassung entsprechend § 12 Abs. 2 Arbeitsschutzgesetz zu unterweisen; die Unterweisung muss erforderlichenfalls wiederholt werden, mindes­tens aber einmal jährlich erfolgen; sie muss dokumentiert werden.
  • Der Unternehmer hat den Versicherten die für ihren Arbeitsbereich oder für ihre Tätigkeit relevanten Inhalte der geltenden Unfallverhütungsvorschriften und BG-Regeln sowie des einschlägigen staatlichen Vorschriften- und Regelwerks in verständlicher Weise zu vermitteln.
  • 5

Vergabe von Aufträgen

(1) Erteilt der Unternehmer den Auftrag,

  1. Einrichtungen zu planen, herzustellen, zu ändern oder in Stand zu setzen,
  2. Arbeitsverfahren zu planen oder zu gestalten,

so hat er dem Auftragnehmer schriftlich aufzugeben, die in § 2 Abs. 1 und 2 genannten für die Durchführung des Auftrags maßgeblichen Vorgaben zu beachten.

(2) Erteilt der Unternehmer den Auftrag, Arbeitsmittel, Ausrüstungen oder Arbeits­stoffe zu liefern, so hat er dem Auftragnehmer schriftlich aufzugeben, im Rahmen sei­nes Auftrags die für Sicherheit und Gesundheitsschutz einschlägigen Anforderungen einzuhalten.

(3) Bei der Erteilung von Aufträgen an ein Fremdunternehmen hat der den Auftrag erteilende Unternehmer den Fremdunternehmer bei der Gefährdungsbeurteilung bezüglich der betriebsspezifischen Gefahren zu unterstützen. Der Unternehmer hat ferner sicherzustellen, dass Tätigkeiten mit besonderen Gefahren durch Aufsichtführende überwacht werden, die die Durchführung der festgelegten Schutzmaßnahmen sicher­stellen. Der Unternehmer hat ferner mit dem Fremdunternehmen Einvernehmen herzu­stellen, wer den Aufsichtführenden zu stellen hat.

  • 6

Zusammenarbeit mehrerer Unternehmer

  • Werden Beschäftigte mehrerer Unternehmer oder selbstständige Einzelunter­nehmer an einem Arbeitsplatz tätig, haben die Unternehmer hinsichtlich der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten, insbesondere hinsichtlich der Maß­nahmen nach § 2 Abs. 1, entsprechend § 8 Abs. 1 Arbeitsschutzgesetz zusammenzuar­beiten. Insbesondere haben sie, soweit es zur Vermeidung einer möglichen gegenseiti­gen Gefährdung erforderlich ist, eine Person zu bestimmen, die die Arbeiten aufeinan­der abstimmt; zur Abwehr besonderer Gefahren ist sie mit entsprechender Weisungs­befugnis auszustatten.
  • Der Unternehmer hat sich je nach Art der Tätigkeit zu vergewissern, dass Personen, die in seinem Betrieb tätig werden, hinsichtlich der Gefahren für ihre Sicher­heit und Gesundheit während ihrer Tätigkeit in seinem Betrieb angemessene Anwei­sungen erhalten haben.
  • 7

Befähigung für Tätigkeiten

  • Bei der Übertragung von Aufgaben auf Versicherte hat der Unternehmer je nach Art der Tätigkeiten zu berücksichtigen, ob die Versicherten befähigt sind, die für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bei der Aufgabenerfüllung zu beachtenden Be­stimmungen und Maßnahmen einzuhalten.
  • Der Unternehmer darf Versicherte, die erkennbar nicht in der Lage sind, eine Ar­beit ohne Gefahr für sich oder andere auszuführen, mit dieser Arbeit nicht beschäftigen.
  • 8

Gefährliche Arbeiten

  • Wenn eine gefährliche Arbeit von mehreren Personen gemeinschaftlich ausge­führt wird und sie zur Vermeidung von Gefahren eine gegenseitige Verständigung erfordert, hat der Unternehmer dafür zu sorgen, dass eine zuverlässige, mit der Arbeit vertraute Person die Aufsicht führt.
  • Wird eine gefährliche Arbeit von einer Person allein ausgeführt, so hat der Un­ternehmer über die allgemeinen Schutzmaßnahmen hinaus für geeignete technische oder organisatorische Personenschutzmaßnahmen zu sorgen.

5

 

  • 9

Zutritts- und Aufenthaltsverbote

Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Unbefugte Betriebsteile nicht betreten, wenn dadurch eine Gefahr für Sicherheit und Gesundheit entsteht.

  • 10

Besichtigung des Unternehmens, Erlass einer Anordnung, Auskunftspflicht

  • Der Unternehmer hat der Aufsichtsperson der Berufsgenossenschaft die Besichti­gung seines Unternehmens zu ermöglichen und sie auf ihr Verlangen zu begleiten oder durch einen geeigneten Vertreter begleiten zu lassen.
  • Erlässt die Berufsgenossenschaft eine Anordnung und setzt sie hierbei eine Frist, innerhalb der die verlangten Maßnahmen zu treffen sind, so hat der Unternehmer nach Ablauf der Frist unverzüglich mitzuteilen, ob er die verlangten Maßnahmen getroffen hat.
  • Der Unternehmer hat den Aufsichtspersonen der Berufsgenossenschaft auf Ver­langen die zur Durchführung ihrer Überwachungsaufgabe erforderlichen Auskünfte zu erteilen. Er hat die Aufsichtspersonen zu unterstützen, soweit dies zur Erfüllung ihrer Aufgaben erforderlich ist.
  • 11

Maßnahmen bei Mängeln

Tritt bei einem Arbeitsmittel, einer Einrichtung, einem Arbeitsverfahren bzw. Ar­beitsablauf ein Mangel auf, durch den für die Versicherten sonst nicht abzuwendende Gefahren entstehen, hat der Unternehmer das Arbeitsmittel oder die Einrichtung der weiteren Benutzung zu entziehen oder stillzulegen bzw. das Arbeitsverfahren oder den Arbeitsablauf abzubrechen, bis der Mangel behoben ist.

  • 12

Zurverfügungstellung von Vorschriften und Regeln

  • Der Unternehmer hat den Versicherten die für sein Unternehmen geltenden Un-fallverhütungsvorschriften an geeigneter Stelle zugänglich zu machen.
  • Der Unternehmer hat den mit der Durchführung von Maßnahmen nach § 2 Abs. 1 betrauten Personen die für ihren Zuständigkeitsbereich geltenden Vorschriften und Regeln zur Verfügung zu stellen.

6

 

  • 13

Pflichtenübertragung

Der Unternehmer kann zuverlässige und fachkundige Personen schriftlich damit be­auftragen, ihm nach Unfallverhütungsvorschriften obliegende Aufgaben in eigener Verantwortung wahrzunehmen. Die Beauftragung muss den Verantwortungsbereich und Befugnisse festlegen und ist vom Beauftragten zu unterzeichnen. Eine Ausfertigung der Beauftragung ist ihm auszuhändigen.

  • 14

Ausnahmen

(1) Der Unternehmer kann bei der Berufsgenossenschaft im Einzelfall Ausnahmen von Unfallverhütungsvorschriften schriftlich beantragen.

(2) Die Berufsgenossenschaft kann dem Antrag nach Absatz 1 entsprechen, wenn

  1. der Unternehmer eine andere, ebenso wirksame Maßnahme trifft oder
  2. die Durchführung der Vorschriften im Einzelfall zu einer unverhältnismäßigen Härte führen würde und die Abweichung mit dem Schutz der Versicherten vereinbar ist.

Dem Antrag ist eine Stellungnahme der betrieblichen Arbeitnehmervertretung beizufü­gen.

(3) Betrifft der Antrag nach Absatz 1 Regelungen in Unfallverhütungsvorschriften, die zugleich Gegenstand staatlicher Arbeitsschutzvorschriften sind, hat die Berufsgenossen­schaft eine Stellungnahme der für die Durchführung der staatlichen Arbeitsschutzvor­schriften zuständigen staatlichen Arbeitsschutzbehörde einzuholen und zu berücksichti­gen.

(4) In staatlichen Arbeitsschutzvorschriften enthaltene Verfahrensvorschriften, insbe­sondere über Genehmigungen, Erlaubnisse, Ausnahmen, Anzeigen und Vorlagepflich­ten, bleiben von dieser Unfallverhütungsvorschrift unberührt; die nach diesen Bestim­mungen zu treffenden behördlichen Maßnahmen obliegen den zuständigen Arbeits­schutzbehörden

Drittes Kapitel

Pflichten der Versicherten

  • 15

Allgemeine Unterstützungspflichten und Verhalten

(1) Die Versicherten sind verpflichtet, nach ihren Möglichkeiten sowie gemäß der Un­terweisung und Weisung des Unternehmers für ihre Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit sowie für Sicherheit und Gesundheitsschutz derjenigen zu sorgen, die von ihren

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Handlungen oder Unterlassungen betroffen sind. Die Versicherten haben die Maßnah­men zur Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Ge­sundheitsgefahren sowie für eine wirksame Erste Hilfe zu unterstützen. Versicherte haben die entsprechenden Anweisungen des Unternehmers zu befolgen. Die Versicher­ten dürfen erkennbar gegen Sicherheit und Gesundheit gerichtete Weisungen nicht befolgen.

  • Versicherte dürfen sich durch den Konsum von Alkohol, Drogen oder anderen be­rauschenden Mitteln nicht in einen Zustand versetzen, durch den sie sich selbst oder andere gefährden können.
  • Absatz 2 gilt auch für die Einnahme von Medikamenten.
  • 16

Besondere Unterstützungspflichten

  • Die Versicherten haben dem Unternehmer oder dem zuständigen Vorgesetzten jede von ihnen festgestellte unmittelbare erhebliche Gefahr für die Sicherheit und Ge­sundheit sowie jeden an den Schutzvorrichtungen und Schutzsystemen festgestellten Defekt unverzüglich zu melden. Unbeschadet dieser Pflicht sollen die Versicherten von ihnen festgestellte Gefahren für Sicherheit und Gesundheit und Mängel an den Schutz­vorrichtungen und Schutzsystemen auch der Fachkraft für Arbeitssicherheit, dem Be­triebsarzt oder dem Sicherheitsbeauftragten mitteilen.
  • Stellt ein Versicherter fest, dass im Hinblick auf die Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren

– ein Arbeitsmittel oder eine sonstige Einrichtung einen Mangel aufweist,

– Arbeitsstoffe nicht einwandfrei verpackt, gekennzeichnet oder beschaffen sind

oder

– ein Arbeitsverfahren oder Arbeitsabläufe Mängel aufweisen,

hat er, soweit dies zu seiner Arbeitsaufgabe gehört und er über die notwendige Befähi­gung verfügt, den festgestellten Mangel unverzüglich zu beseitigen. Andernfalls hat er den Mangel dem Vorgesetzten unverzüglich zu melden.

  • 17

Benutzung von Einrichtungen, Arbeitsmitteln und Arbeitsstoffen

Versicherte haben Einrichtungen, Arbeitsmittel und Arbeitsstoffe sowie Schutzvor­richtungen bestimmungsgemäß und im Rahmen der ihnen übertragenen Arbeitsaufga­ben zu benutzen.

  • 18

Zutritts- und Aufenthaltsverbote

Versicherte dürfen sich an gefährlichen Stellen nur im Rahmen der ihnen über­tragenen Aufgaben aufhalten.

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Erster Abschnitt

Sicherheitstechnische und betriebsärztliche Betreuung,
Sicherheitsbeauftragte

  • 19

Bestellung von Fachkräften für Arbeitssicherheit und Betriebsärzten

  • Der Unternehmer hat nach Maßgabe des Gesetzes über Betriebsärzte, Sicher­heitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit (Arbeitssicherheitsgesetz) und der hierzu erlassenen Unfallverhütungsvorschriften Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte zu bestellen.
  • Der Unternehmer hat die Zusammenarbeit der Fachkräfte für Arbeitssicherheit und der Betriebsärzte zu fördern.
  • 20

Sicherheitsbeauftragte

  • Der Unternehmer hat Sicherheitsbeauftragte mindestens in der Anzahl nach An­lage 2 zu dieser Unfallverhütungsvorschrift zu bestellen.
  • Die Sicherheitsbeauftragten haben den Unternehmer bei der Durchführung der Maßnahmen zur Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbeding­ten Gesundheitsgefahren zu unterstützen, insbesondere sich von dem Vorhandensein und der ordnungsgemäßen Benutzung der vorgeschriebenen Schutzeinrichtungen und persönlichen Schutzausrüstungen zu überzeugen und auf Unfall- und Gesundheitsge­fahren für die Versicherten aufmerksam zu machen.
  • Der Unternehmer hat den Sicherheitsbeauftragten Gelegenheit zu geben, ihre Aufgaben zu erfüllen, insbesondere in ihrem Bereich an den Betriebsbesichtigungen sowie den Untersuchungen von Unfällen und Berufskrankheiten durch die Aufsichtsper­sonen der Berufsgenossenschaften teilzunehmen; den Sicherheitsbeauftragten sind die hierbei erzielten Ergebnisse zur Kenntnis zu geben.
  • Der Unternehmer hat sicherzustellen, dass die Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte mit den Sicherheitsbeauftragten eng zusammenwirken.
  • Die Sicherheitsbeauftragten dürfen wegen der Erfüllung der ihnen übertragenen Aufgaben nicht benachteiligt werden.
  • Der Unternehmer hat den Sicherheitsbeauftragten Gelegenheit zu geben, an Aus-und Fortbildungsmaßnahmen der Berufsgenossenschaft teilzunehmen, soweit dies im Hinblick auf die Betriebsart und die damit für die Versicherten verbundenen Unfall- und Gesundheitsgefahren sowie unter Berücksichtigung betrieblicher Belange erforderlich ist.

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Zweiter Abschnitt

Maßnahmen bei besonderen Gefahren

  • 21

Allgemeine Pflichten des Unternehmers

  • Der Unternehmer hat Vorkehrungen zu treffen, dass alle Versicherten, die einer unmittelbaren erheblichen Gefahr ausgesetzt sind oder sein können, möglichst frühzei­tig über diese Gefahr und die getroffenen oder zu treffenden Schutzmaßnahmen unter­richtet sind. Bei unmittelbarer erheblicher Gefahr für die eigene Sicherheit oder die Sicherheit anderer Personen müssen die Versicherten die geeigneten Maßnahmen zur Gefahrenabwehr und Schadensbegrenzung selbst treffen können, wenn der zuständige Vorgesetzte nicht erreichbar ist; dabei sind die Kenntnisse der Versicherten und die vorhandenen technischen Mittel zu berücksichtigen.
  • Der Unternehmer hat Maßnahmen zu treffen, die es den Versicherten bei unmit­telbarer erheblicher Gefahr ermöglichen, sich durch sofortiges Verlassen der Arbeits­plätze in Sicherheit zu bringen.
  • 22

Notfallmaßnahmen

  • Der Unternehmer hat entsprechend § 10 Arbeitsschutzgesetz die Maßnahmen zu planen, zu treffen und zu überwachen, die insbesondere für den Fall des Entstehens von Bränden, von Explosionen, des unkontrollierten Austretens von Stoffen und von sonstigen gefährlichen Störungen des Betriebsablaufs geboten sind.
  • Der Unternehmer hat eine ausreichende Anzahl von Versicherten durch Unter­weisung und Übung im Umgang mit Feuerlöscheinrichtungen zur Bekämpfung von Entstehungsbränden vertraut zu machen.
  • 23

Maßnahmen gegen Einflüsse des Wettergeschehens

Beschäftigt der Unternehmer Versicherte im Freien und bestehen infolge des Wet­tergeschehens Unfall- und Gesundheitsgefahren, so hat er geeignete Maßnahmen am Arbeitsplatz vorzusehen, geeignete organisatorische Schutzmaßnahmen zu treffen oder erforderlichenfalls persönliche Schutzausrüstungen zur Verfügung zu stellen.

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Dritter Abschnitt
Erste Hilfe

  • 24

Allgemeine Pflichten des Unternehmers

  • Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass zur Ersten Hilfe und zur Rettung aus Gefahr die erforderlichen Einrichtungen und Sachmittel sowie das erforderliche Perso­nal zur Verfügung stehen.
  • Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass nach einem Unfall unverzüglich Erste Hilfe geleistet und eine erforderliche ärztliche Versorgung veranlasst wird.
  • Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Verletzte sachkundig transportiert werden.
  • Der Unternehmer hat im Rahmen seiner Möglichkeiten darauf hinzuwirken, dass Versicherte

– einem Durchgangsarzt vorgestellt werden, es sei denn, dass der erstbehan­delnde Arzt festgestellt hat, dass die Verletzung nicht über den Unfalltag hin­aus zur Arbeitsunfähigkeit führt oder die Behandlungsbedürftigkeit voraus­sichtlich nicht mehr als eine Woche beträgt,

– bei einer schweren Verletzung einem der von den Berufsgenossenschaften bezeichneten Krankenhäuser zugeführt werden,

– bei Vorliegen einer Augen- oder Hals-, Nasen-, Ohrenverletzung dem nächst-erreichbaren Arzt des entsprechenden Fachgebiets zugeführt werden, es sei denn, dass sich die Vorstellung durch eine ärztliche Erstversorgung erübrigt hat.

  • Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass den Versicherten durch berufsgenos­senschaftliche Aushänge oder in anderer geeigneter schriftlicher Form Hinweise über die Erste Hilfe und Angaben über Notruf, Erste-Hilfe- und Rettungs-Einrichtungen, über das Erste-Hilfe-Personal sowie über herbeizuziehende Ärzte und anzufahrende Kran­kenhäuser gemacht werden. Die Hinweise und die Angaben sind aktuell zu halten.
  • Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass jede Erste-Hilfe-Leistung dokumen­tiert und diese Dokumentation fünf Jahre lang verfügbar gehalten wird. Die Dokumente sind vertraulich zu behandeln.
  • 25

Erforderliche Einrichtungen und Sachmittel

  • Der Unternehmer hat unter Berücksichtigung der betrieblichen Verhältnisse durch Meldeeinrichtungen und organisatorische Maßnahmen dafür zu sorgen, dass unverzüglich die notwendige Hilfe herbeigerufen und an den Einsatzort geleitet werden kann.
  • Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass das Erste-Hilfe-Material jederzeit schnell erreichbar und leicht zugänglich in geeigneten Behältnissen, gegen schädigen‑

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de Einflüsse geschützt, in ausreichender Menge bereitgehalten sowie rechtzeitig er­gänzt und erneuert wird.

  • Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass unter Berücksichtigung der betriebli­chen Verhältnisse Rettungsgeräte und Rettungstransportmittel bereit gehalten werden.
  • Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass mindestens ein mit Rettungstrans­portmitteln leicht erreichbarer Sanitätsraum oder eine vergleichbare Einrichtung
  1. in einer Betriebsstätte mit mehr als 1000 dort beschäftigten Versicherten,
  2. in einer Betriebsstätte mit 1000 oder weniger, aber mehr als 100 dort be­schäftigten Versicherten, wenn ihre Art und das Unfallgeschehen nach Art, Schwere und Zahl der Unfälle einen gesonderten Raum für die Erste Hilfe er­fordern,
  3. auf einer Baustelle mit mehr als 50 dort beschäftigten Versicherten

vorhanden ist. Nummer 3 gilt auch, wenn der Unternehmer zur Erbringung einer Bau­leistung aus einem von ihm übernommenen Auftrag Arbeiten an andere Unternehmer vergeben hat und insgesamt mehr als 50 Versicherte gleichzeitig tätig werden.

  • 26

Zahl und Ausbildung der Ersthelfer

(1) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass für die Erste-Hilfe-Leistung Ersthelfer mindestens in folgender Zahl zur Verfügung stehen:

  1. Bei 2 bis zu 20 anwesenden Versicherten ein Ersthelfer,
  2. bei mehr als 20 anwesenden Versicherten
  3. in Verwaltungs- und Handelsbetrieben 5 %,
  4. in sonstigen Betrieben 10 %.

Von der Zahl der Ersthelfer nach Nummer 2 kann im Einvernehmen mit der Berufsge­nossenschaft unter Berücksichtigung der Organisation des betrieblichen Rettungswe­sens und der Gefährdung abgewichen werden.

(2) Der Unternehmer darf als Ersthelfer nur Personen einsetzen, die bei einer von der Berufsgenossenschaft für die Ausbildung zur Ersten Hilfe ermächtigten Stelle aus­gebildet worden sind. Die Voraussetzungen für die Ermächtigung sind in der Anlage 3 zu dieser Unfallverhütungsvorschrift geregelt.

(3) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass die Ersthelfer in der Regel in Zeitab­ständen von zwei Jahren fortgebildet werden. Für die Fortbildung gilt Absatz 2 entspre­chend.

(4) Ist nach Art des Betriebes, insbesondere auf Grund des Umganges mit Gefahrstoffen, damit zu rechnen, dass bei Unfällen Maßnahmen erforderlich werden, die nicht Gegenstand der allgemeinen Ausbildung zum Ersthelfer gemäß Absatz 2 sind, hat der Unternehmer für die erforderliche zusätzliche Aus- und Fortbildung zu sorgen.

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  • 27

Zahl und Ausbildung der Betriebssanitäter

(1) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass mindestens ein Betriebssanitäter zur Verfügung steht, wenn

  1. in einer Betriebsstätte mehr als 1500 Versicherte anwesend sind,
  2. in einer Betriebsstätte 1500 oder weniger, aber mehr als 250 Versicherte an­wesend sind und Art, Schwere und Zahl der Unfälle den Einsatz von Sanitäts­personal erfordern,
  3. auf einer Baustelle mehr als 100 Versicherte anwesend sind.

Nummer 3 gilt auch, wenn der Unternehmer zur Erbringung einer Bauleistung aus einem von ihm übernommenen Auftrag Arbeiten an andere Unternehmer vergibt und insgesamt mehr als 100 Versicherte gleichzeitig tätig werden.

(2) In Betrieben nach Absatz 1 Satz 1 Nr. 1 kann im Einvernehmen mit der Berufsge­nossenschaft von Betriebssanitätern abgesehen werden, sofern nicht nach Art, Schwere und Zahl der Unfälle ihr Einsatz erforderlich ist. Auf Baustellen nach Absatz 1 Satz 1 Nr. 3 kann im Einvernehmen mit der Berufsgenossenschaft unter Berücksichtigung der Erreichbarkeit des Unfallortes und der Anbindung an den öffentlichen Rettungsdienst von Betriebssanitätern abgesehen werden.

(3) Der Unternehmer darf als Betriebssanitäter nur Personen einsetzen, die von Stel­len ausgebildet worden sind, welche von der Berufsgenossenschaft in personeller, sachlicher und organisatorischer Hinsicht als geeignet beurteilt werden.

(4) Der Unternehmer darf als Betriebssanitäter nur Personen einsetzen, die

  1. an einer Grundausbildung
    und
  2. an dem Aufbaulehrgang

für den betrieblichen Sanitätsdienst teilgenommen haben.

Als Grundausbildung gilt auch eine mindestens gleichwertige Ausbildung oder eine die Sanitätsaufgaben einschließende Berufsausbildung.

(5) Für die Teilnahme an dem Aufbaulehrgang nach Absatz 4 Satz 1 Nr. 2 darf die Teilnahme an der Ausbildung nach Absatz 4 Satz 1 Nr. 1 nicht mehr als zwei Jahre zu­rückliegen; soweit auf Grund der Ausbildung eine entsprechende berufliche Tätigkeit ausgeübt wurde, ist die Beendigung derselben maßgebend.

(6) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass die Betriebssanitäter regelmäßig in­nerhalb von drei Jahren fortgebildet werden. Für die Fortbildung gilt Absatz 3 entspre­chend.

  • 28

Unterstützungspflichten der Versicherten

(1) Im Rahmen ihrer Unterstützungspflichten nach § 15 Abs.1 haben sich Versicherte zum Ersthelfer ausbilden und in der Regel in Zeitabständen von zwei Jahren fortbilden zu lassen. Sie haben sich nach der Ausbildung für Erste-Hilfe-Leistungen zur Verfügung

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