DGUV Vorschrift 2

Betriebsärzte und

Fachkräfte

für Arbeitssicherheit

Unfallverhütungsvorschrift

  1. Januar 2011

Inhaltsverzeichnis

Seite

Erstes Kapitel Allgemeine Vorschriften

  • 1 Geltungsbereich………………………………………………………………………………………. 3
  • 2 Bestellung ……………………………………………………………………………………………… 3
  • 3 Arbeitsmedizinische Fachkunde…………………………………………………………………. 4
  • 4 Sicherheitstechnische Fachkunde……………………………………………………………….. 4
  • 5 Bericht…………………………………………………………………………………………………… 6

Zweites Kapitel Übergangsbestimmungen

  • 6 Übergangsbestimmungen…………………………………………………………………………. 7

Drittes Kapitel In-Kraft-Treten und Außer-Kraft-Treten

  • 7 In-Kraft-Treten und Außer-Kraft-Treten ……………………………………………………… 8

Anlage 1 (zu § 2 Abs. 2)

Betriebsärztliche und sicherheitstechnische Regelbetreuung

in Betrieben mit bis zu 10 Beschäftigten ……………………………………………………..  9

Anlage 2 (zu § 2 Abs. 3)

Betriebsärztliche und sicherheitstechnische Regelbetreuung

in Betrieben mit mehr als 10 Beschäftigten……………………………………………….. 12

Anlage 3 (zu § 2 Abs. 4 Satz 1)

Alternative bedarfsorientierte betriebsärztliche und sicherheitstechnische

Betreuung in Betrieben mit mehr als 10 und bis zu 30 Beschäftigten…………….. 19

Anlage 4 (zu § 2 Abs. 4 Satz 2)

Alternative bedarfsorientierte betriebsärztliche und sicherheitstechnische

Betreuung in Betrieben mit bis zu 10 Beschäftigten durch Kompetenzzentren .. 23

Anhang 11 (zu § 2)

Hinweise zur Bestellung und zum Tätigwerden

der Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit…………………………………. 26

Anhang 21 (zu § 4)

Branchenspezifische Themen der Ausbildung

von Fachkräften für Arbeitssicherheit ……………………………………………………….  29

1

 

Inhaltsverzeichnis

Anhang 31 (zu Anlage 2 Abschnitt 2)

Aufgabenfelder der Grundbetreuung und Beschreibung möglicher Aufgaben … 31

Anhang 41 (zu Anlage 2 Abschnitt 3)

Betriebsspezifischer Teil der Betreuung…………………………………………………….. 37

Anhang 5 Gesetz über Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und

andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit …………………………………………………….  61

 

1   Die Anhänge 1 bis 4 enthalten keine rechtsverbindlichen Regelungen

2

 

Erstes Kapitel

Allgemeine Vorschriften

  • 1 Geltungsbereich

Diese Unfallverhütungsvorschrift bestimmt näher die Maßnahmen, die der Unternehmer zur Erfüllung der sich aus dem Gesetz über Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fach­kräfte für Arbeitssicherheit (Arbeitssicherheitsgesetz) ergebenden Pflichten zu treffen hat.

  • 2 Bestellung
  • Der Unternehmer hat Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit zur Wahrneh­mung der in den §§ 3 und 6 des Arbeitssicherheitsgesetzes bezeichneten Aufgaben schriftlich nach Maßgabe der nachfolgenden Bestimmungen zu bestellen. Der Unterneh­mer hat dem Unfallversicherungsträger auf Verlangen nachzuweisen, wie er die Verpflich­tung nach Satz 1 erfüllt hat.
  • Bei Betrieben mit bis zu 10 Beschäftigten richtet sich der Umfang der betriebsärztlichen und sicherheitstechnischen Betreuung nach Anlage 1.
  • Bei Betrieben mit mehr als 10 Beschäftigten gelten die Bestimmungen nach Anlage 2.
  • Abweichend von Abs. 3 kann der Unternehmer nach Maßgabe von Anlage 3 ein alternati­ves Betreuungsmodell wählen, wenn er aktiv in das Betriebsgeschehen eingebunden ist und die Zahl der Beschäftigten mehr als 10 und bis zu 30 beträgt. Abweichend von Abs. 2 kann der Unternehmer nach Maßgabe von Anlage 4 ein alternatives Betreuungsmodell wählen, wenn er aktiv in das Betriebsgeschehen eingebunden ist und die Zahl der Be­schäftigten bis zu 10 beträgt.
  • Bei der Berechnung der Zahl der Beschäftigten sind jährliche Durchschnittszahlen zu­grunde zu legen; bei der Berechnung des Schwellenwertes in den Absätzen 2, 3 und 4 findet die Regelung des § 6 Abs. 1 Satz 4 des Arbeitsschutzgesetzes entsprechende An­wendung.
  • Der Unfallversicherungsträger kann im Einzelfall im Einvernehmen mit der nach § 12 Ar-beitssicherheitsgesetz zuständigen Behörde Abweichungen von den Absätzen 2, 3 und 4 zulassen, soweit im Betrieb die Unfall- und Gesundheitsgefahren vom Durchschnitt ab­weichen und die abweichende Festsetzung mit dem Schutz der Beschäftigten vereinbar ist. Als Vergleichsmaßstab dienen Betriebe der gleichen Art.

3

 

Erstes Kapitel

  • 3 Arbeitsmedizinische Fachkunde

Der Unternehmer kann die erforderliche arbeitsmedizinische Fachkunde als gegeben anse­hen bei Ärzten, die nachweisen, dass sie berechtigt sind,

  1. die Gebietsbezeichnung „Arbeitsmedizin“
    oder
  2. die Zusatzbezeichnung „Betriebsmedizin“
    zu führen.
  • 4 Sicherheitstechnische Fachkunde

(1) Der Unternehmer kann die erforderliche sicherheitstechnische Fachkunde von Fachkräf­ten für Arbeitssicherheit als nachgewiesen ansehen, wenn diese den in den Absätzen 2 bis 5 festgelegten Anforderungen genügen.

(2) Sicherheitsingenieure erfüllen die Anforderungen, wenn sie

  1. berechtigt sind, die Berufsbezeichnung „Ingenieur“ zu führen oder einen Bachelor-oder Masterabschluss der Studienrichtung Ingenieurwissenschaften erworben haben,
  2. danach eine praktische Tätigkeit in diesem Beruf mindestens zwei Jahre lang ausgeübt und
  3. einen staatlichen oder von Unfallversicherungsträgern veranstalteten Ausbildungs‑

lehrgang

oder

einen staatlich oder von Unfallversicherungsträgern anerkannten Ausbildungslehr‑

gang eines anderen Ausbildungsträgers mit Erfolg abgeschlossen haben.

Sicherheitsingenieure, die auf Grund ihrer Hochschul-/Fachhochschulausbildung berechtigt sind, die Berufsbezeichnung „Sicherheitsingenieur“ zu führen und eine einjährige praktische Tätigkeit als Ingenieur ausgeübt haben, erfüllen ebenfalls die Anforderungen.

(3) In der Funktion als Sicherheitsingenieur können auch Personen tätig werden, die über gleichwertige Qualifikationen verfügen.

(4) Sicherheitstechniker erfüllen die Anforderungen, wenn sie

  1. eine Prüfung als staatlich anerkannter Techniker erfolgreich abgelegt haben,

 

4

 

Erstes Kapitel

  1. danach eine praktische Tätigkeit als Techniker mindestens zwei Jahre lang ausgeübt

haben

und

  1. einen staatlichen oder von Unfallversicherungsträgern veranstalteten Ausbildungs‑

lehrgang

oder

einen staatlich oder von Unfallversicherungsträgern anerkannten Ausbildungslehr‑

gang eines anderen Veranstaltungsträgers mit Erfolg abgeschlossen haben.

Die Anforderungen erfüllt auch, wer ohne Prüfung als staatlich anerkannter Techniker min-destens vier Jahre lang als Techniker tätig war und einen staatlichen oder von Unfallversiche-rungsträgern veranstalteten Ausbildungslehrgang oder einen staatlich oder von Unfallversi-cherungsträgern anerkannten Ausbildungslehrgang eines anderen Veranstaltungsträgers mit Erfolg abgeschlossen hat.

(5) Sicherheitsmeister erfüllen die Anforderungen, wenn sie

  1. die Meisterprüfung erfolgreich abgelegt haben,
  2. danach eine praktische Tätigkeit als Meister mindestens zwei Jahre lang ausgeübt

haben

und

  1. einen staatlichen oder von Unfallversicherungsträgern veranstalteten Ausbildungs‑

lehrgang

oder

einen staatlich oder von Unfallversicherungsträgern anerkannten Ausbildungslehr‑

gang eines anderen Veranstaltungsträgers mit Erfolg abgeschlossen haben.

Die Anforderungen erfüllt auch, wer ohne Meisterprüfung mindestens vier Jahre lang als Meister oder in gleichwertiger Funktion tätig war und einen staatlichen oder von Unfallversi-cherungsträgern veranstalteten Ausbildungslehrgang oder einen staatlich oder von Unfallver-sicherungsträgern anerkannten Ausbildungslehrgang eines anderen Veranstaltungsträgers mit Erfolg abgeschlossen hat.

(6) Der Ausbildungslehrgang nach den Absätzen 2, 4 und 5 umfasst die Ausbildungsstufe I (Grundausbildung), Ausbildungsstufe II (Vertiefende Ausbildung), Ausbildungsstufe III (Bereichsbezogene Ausbildung) und das begleitende Praktikum. Bestandteile der Ausbil-dungsstufe III sind die nachfolgenden Rahmenthemen:

– Verkettete und flexible Systeme,

5

 

Erstes Kapitel

–    Komplexe Verkehrssituationen,

– Arbeiten in Bereichen mit Kontaminationsgefahr,

–    Erzeugung, Be- und Verarbeitung, Veredelung von Werk- und Baustoffen, – Organisation der Instandhaltung/Störungsbeseitigung,

–    Gefährdung/Belastung bestimmter Personengruppen.

(7) Bei einem Wechsel einer Fachkraft für Arbeitssicherheit, die die Ausbildungsstufe III (Bereichsbezogene Ausbildung) entsprechend den Festlegungen eines anderen Unfall-versicherungsträgers absolviert hat, in eine andere Branche, hat der Unternehmer dafür zu sorgen, dass die Fachkraft für Arbeitssicherheit die erforderlichen bereichsbezogenen Kenntnisse durch Fortbildung erwirbt. Der Unfallversicherungsträger entscheidet über den erforderlichen Umfang an Fortbildung unter Berücksichtigung der Inhalte seiner Ausbildungsstufe III.

  • 5 Bericht

Der Unternehmer hat die gemäß § 2 dieser Unfallverhütungsvorschrift bestellten Betriebsärz­te und Fachkräfte für Arbeitssicherheit zu verpflichten, über die Erfüllung der übertragenen Aufgaben regelmäßig schriftlich zu berichten. Die Berichte sollen auch über die Zusammen­arbeit der Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit Auskunft geben.

 

6

 

Zweites Kapitel

Übergangsbestimmungen

  • 6 Übergangsbestimmungen

(1) Der Unternehmer kann abweichend von § 3 davon ausgehen, dass Ärzte über die erfor­derliche Fachkunde verfügen, wenn sie

  1. eine Bescheinigung der zuständigen Ärztekammer darüber besitzen, dass sie vor dem 1. Januar 1985 ein Jahr klinisch oder poliklinisch tätig gewesen sind und an einem arbeitsmedizinischen Einführungslehrgang teilgenommen haben und
  2. a) bis zum 31. Dezember 1985 mindestens 500 Stunden innerhalb eines Jahres

betriebsärztlich tätig waren

oder

  1. b) bis zum 31. Dezember 1987 einen dreimonatigen Kurs über Arbeitsmedizin absol‑

viert haben

und

über die Voraussetzungen nach Nummer 2 Buchstabe a) oder b) eine von der

zuständigen Ärztekammer erteilte Bescheinigung beibringen.

Die Bescheinigung der zuständigen Ärztekammer muss vor dem 31. Dezember 1996 ausge­stellt worden sein.

(2) Der Nachweis der Fachkunde nach § 4 Abs. 2 bis 5 gilt als erbracht, wenn eine Fachkraft für Arbeitssicherheit im Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Unfallverhütungsvorschrift als solche tätig ist und die Fachkundevoraussetzungen der Unfallverhütungsvorschrift „Fach­kräfte für Arbeitssicherheit“ (BGV A6) vom 01.10.1996 in der Fassung vom 01.10.2003 der ehemaligen Berufsgenossenschaft für den Einzelhandel und vom 01.04.1996 in der Fas­sung vom 01.03.2003 der ehemaligen Großhandels- und Lagerei-Berufsgenossenschaft vorliegen.

(3) Für Unternehmer in Betrieben mit mehr als 30 und bis zu 50 Beschäftigten, die bis zum 31.12.2010 mit Qualifizierungsmaßnahmen im Rahmen der alternativen bedarfsorientier­ten Betreuung der Berufsgenossenschaft begonnen haben, gelten die Bestimmungen des § 2 Abs. 4 Satz 1 entsprechend.

(4) Entfällt.

 

Drittes Kapitel

In-Kraft-Treten und Außer-Kraft-Treten

  • 7 In-Kraft-Treten und Außer-Kraft-Treten

Diese Unfallverhütungsvorschrift tritt am 1. Januar 2011 in Kraft. Gleichzeitig tritt die Unfallver-hütungsvorschrift „Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit“ (BGV A2) der Berufs­genossenschaft Handel und Warendistribution vom 01. Januar 2008 in der Fassung vom 01. Januar 2009 außer Kraft.

 

8

 

Anlage 1

(zu § 2 Abs. 2)

Betriebsärztliche und sicherheitstechnische Regelbetreuung in Betrieben mit bis zu 10 Beschäftigten

Wesentliche Grundlage von Art und Umfang der betriebsärztlichen und sicherheitstechni­schen Betreuung sind die im Betrieb vorliegenden Gefährdungen für Sicherheit und Gesund­heit der Beschäftigten sowie die Aufgaben gemäß den §§ 3 bzw. 6 Arbeitssicherheitsgesetz.

Der Umfang der zu erbringenden betriebsärztlichen und sicherheitstechnischen Betreuung besteht in der Durchführung von Grundbetreuungen und anlassbezogenen Betreuungen. Sie können kombiniert werden.

Grundbetreuungen beinhalten die Unterstützung bei

–    der Erstellung bzw.

–    der Aktualisierung der Gefährdungsbeurteilung.

Bei der Grundbetreuung muss der Sachverstand von Betriebsärzten und Fachkräften für Ar-beitssicherheit einbezogen werden. Dies kann dadurch geschehen, dass der Erstberatende den Sachverstand des jeweils anderen Sachgebietes hinzuzieht.

Die Grundbetreuung wird bei maßgeblicher Änderung der Arbeitsverhältnisse, spätestens aber

–    bei Betrieben, die nach der Klassifikation der Wirtschaftszweige (WZ-Schlüssel) gemäß

Anlage 2 Abschnitt 4 der Gruppe II zugeordnet sind, nach 3 Jahren

und

–    bei Betrieben, die nach der Klassifikation der Wirtschaftszweige (WZ-Schlüssel) gemäß Anlage 2 Abschnitt 4 der Gruppe III zugeordnet sind, nach 5 Jahren wiederholt.

Fristen für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen bleiben unberührt.

Die Gefährdungsbeurteilung besteht aus einer systematischen Feststellung und Bewertung von relevanten Gefährdungen der Beschäftigten. Aus der Gefährdungsbeurteilung sind ent­sprechende Arbeitsschutzmaßnahmen abzuleiten. Die Gefährdungsbeurteilung und die Maßnahmen sind auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen und erforderlichenfalls an sich ändern­de Gegebenheiten anzupassen.

Anlassbezogene Betreuungen:

Der Unternehmer ist verpflichtet, sich bei besonderen Anlässen durch einen Betriebsarzt oder eine Fachkraft für Arbeitssicherheit mit branchenbezogener Fachkunde in Fragen der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes betreuen zu lassen.

9

 

Anlage 1

Besondere Anlässe für eine Betreuung durch den Betriebsarzt und die Fachkraft für Arbeits­sicherheit können unter anderem sein die

–    Planung, Errichtung und Änderung von Betriebsanlagen,

–    Einführung neuer Arbeitsmittel, die ein erhöhtes Gefährdungspotenzial zur Folge haben,

–    grundlegende Änderung von Arbeitsverfahren,

–    Einführung neuer Arbeitsverfahren,

–    Gestaltung neuer Arbeitsplätze und -abläufe,

–    Einführung neuer Arbeitsstoffe bzw. Gefahrstoffe, die ein erhöhtes Gefährdungspotenzial zur Folge haben,

–    Beratung der Beschäftigten über besondere Unfall- und Gesundheitsgefahren bei der Arbeit,

–    Untersuchung von Unfällen und Berufskrankheiten,

–    Erstellung von Notfall- und Alarmplänen.

Weitere Anlässe für das Tätigwerden einer Fachkraft für Arbeitssicherheit können unter ande­rem die

–    Durchführung sicherheitstechnischer Überprüfungen und Beurteilungen von Anlagen, Arbeitssystemen und Arbeitsverfahren,

–    das Auftreten von Gewaltübergriffen und Überfallgeschehen
sein.

Weitere Anlässe für das Tätigwerden eines Betriebsarztes können unter anderem sein

–    eine grundlegende Umgestaltung von Arbeitszeit-, Pausen- und Schichtsystemen,

–    die Erforderlichkeit der Durchführung arbeitsmedizinischer Vorsorgeuntersuchungen,

Beurteilungen und Beratungen,

– Suchterkrankungen, die ein gefährdungsfreies Arbeiten beeinträchtigen,

–    Fragen des Arbeitsplatzwechsels sowie der Eingliederung und Wiedereingliederung be­hinderter Menschen und der (Wieder-) Eingliederung von Rehabilitanden,

–    die Häufung gesundheitlicher Probleme,

–    das Auftreten posttraumatischer Belastungszustände.

Der Betrieb muss über angemessene und aktuelle Unterlagen verfügen, aus denen das Er­gebnis der Gefährdungsbeurteilung, die abgeleiteten Maßnahmen und das Ergebnis der Überprüfung ersichtlich sind. Solche Unterlagen können auch Berichte nach § 5 dieser Un-fallverhütungsvorschrift sein.

Ergänzend zur Grundbetreuung können anlassbezogene Beratungen zu spezifischen Fach­themen im Einzelfall auch durch Personen mit spezieller anlassbezogener Fachkunde er‑

10

 

Anlage 1

bracht werden, die nicht über eine Qualifikation als Betriebsarzt bzw. Fachkraft für Arbeitssi­cherheit verfügen. Dies kann beispielsweise für Beratungen im Zusammenhang mit Lärmminderungs-, Brandschutz- und Lüftungsmaßnahmen zutreffen. Eine Kombination mit der Grundbetreuung ist in diesen Fällen nicht zulässig.

Unternehmer können sich zur gemeinsamen Nutzung betriebsärztlicher und sicherheitstech­nischer Regelbetreuung zusammenschließen, soweit die Möglichkeiten zur Organisation im Betrieb nicht ausreichen.

Die Beschäftigten sind über die Art der praktizierten betriebsärztlichen und sicherheitstech­nischen Betreuung zu informieren und darüber in Kenntnis zu setzen, welcher Betriebsarzt und welche Fachkraft für Arbeitssicherheit anzusprechen ist.

 

11

 

Anlage 2

(zu § 2 Abs. 3)

Betriebsärztliche und sicherheitstechnische Regelbetreuung in Betrieben mit mehr als 10 Beschäftigten

  1. Allgemeines

Grundlagen von Art und Umfang der betriebsärztlichen und sicherheitstechnischen Betreu­ung sind die im Betrieb vorliegenden Gefährdungen für Sicherheit und Gesundheit der Be­schäftigten sowie die Aufgaben gemäß den §§ 3 bzw. 6 Arbeitssicherheitsgesetz.

Die betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung besteht aus der Grundbetreuung und dem betriebsspezifischen Teil der Betreuung. Grundbetreuung und betriebsspezifische Betreuung bilden zusammen die Gesamtbetreuung.

Der Unternehmer hat die Aufgaben der Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit ent­sprechend den betrieblichen Erfordernissen unter Mitwirkung der betrieblichen Interessen­vertretung (z.B. entsprechend Betriebsverfassungsgesetz) sowie unter Verweis auf § 9 Abs. 3 Arbeitssicherheitsgesetz zu ermitteln, aufzuteilen und mit ihnen schriftlich zu vereinbaren.

Die Aufgaben der in allen Betrieben anfallenden Grundbetreuung nach Abschnitt 2 werden in Anhang 3 näher erläutert. Maßgeblich für die Bemessung des Betreuungsumfangs der Grund­betreuung sind die für alle Betriebe geltenden Einsatzzeiten gemäß Abschnitt 2.

Zweiter Bestandteil der Gesamtbetreuung ist der betriebsspezifische Teil, dessen Aufgaben nach Abschnitt 3 in Anhang 4 näher erläutert werden. Relevanz und Umfang des betriebsspe­zifischen Teils der Betreuung werden durch den Unternehmer gemäß Abschnitt 3 ermittelt und regelmäßig überprüft.

Der Unternehmer hat sich durch Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit bei der Festle­gung der Grundbetreuung und des betriebsspezifischen Teils der Betreuung beraten zu lassen.

Die Beschäftigten sind über die Art der praktizierten betriebsärztlichen und sicherheitstech­nischen Betreuung zu informieren und darüber in Kenntnis zu setzen, welcher Betriebsarzt und welche Fachkraft für Arbeitssicherheit anzusprechen ist.

Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen sind nicht auf die Einsatzzeiten der Grundbe­treuung anzurechnen, sondern Bestandteil des betriebsspezifischen Teils der Betreuung.

Wegezeiten können nicht als Einsatzzeiten angerechnet werden.

12

 

Anlage 2

Maßnahmen und Ergebnisse der Leistungserbringung sind im Rahmen der regelmäßigen Berichte von Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit nach § 5 zu dokumentieren.

  1. Grundbetreuung

Die Grundbetreuung weist drei Betreuungsgruppen auf, für die jeweils feste Einsatzzeiten als Summenwerte für Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit gelten. Die Betriebe sind über ihre jeweilige Betriebsart den Betreuungsgruppen gemäß Abschnitt 4 zugeordnet. Für die Grundbetreuung ist je nach Zuordnung in eine der drei Gruppen folgende Einsatzzeit in Stunden pro Beschäftigtem/r und Jahr erforderlich:

Gruppe I Gruppe II Gruppe III
Einsatzzeit (Std./Jahr pro Beschäftigtem/r) 2,5 1,5 0,5

 

Bei der Aufteilung der Zeiten auf Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit ist ein Min­destanteil von 20% der Grundbetreuung, jedoch nicht weniger als 0,2 Std./Jahr pro Beschäftigtem/r, für jeden Leistungserbringer anzusetzen.

Die Grundbetreuung umfasst folgende Aufgabenfelder:

1    Unterstützung bei der Gefährdungsbeurteilung (Beurteilung der Arbeitsbedingungen)

1.1 Unterstützung bei der Implementierung eines Gesamtkonzeptes zur Gefährdungsbe‑

urteilung

1.2 Unterstützung bei der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung

1.3 Beobachtung der gelebten Praxis und Auswertung der Gefährdungsbeurteilung

2    Unterstützung bei grundlegenden Maßnahmen der Arbeitsgestaltung – Verhältnisprävention

2.1 Eigeninitiatives Handeln zur Verhältnisprävention an bestehenden Arbeitssystemen 2.2 Eigeninitiatives Handeln zur Verhältnisprävention bei Veränderung der Arbeitsbedin­gungen

3    Unterstützung bei grundlegenden Maßnahmen der Arbeitsgestaltung – Verhaltensprä‑

vention

3.1 Unterstützung bei Unterweisungen, Betriebsanweisungen, Qualifizierungsmaßnah‑

men

3.2 Motivieren zum sicherheits- und gesundheitsgerechten Verhalten

13

 

Anlage 2

3.3 Information und Aufklärung

3.4 Kollektive arbeitsmedizinische Beratung der Beschäftigten

4    Unterstützung bei der Schaffung einer geeigneten Organisation und Integration in die

Führungstätigkeit

4.1 Integration des Arbeitsschutzes in die Aufbauorganisation

4.2 Integration des Arbeitsschutzes in die Unternehmensführung

4.3 Beratung zu erforderlichen Ressourcen zur Umsetzung der Arbeitsschutzmaßnahmen

4.4 Kommunikation und Information sichern

4.5 Berücksichtung der Arbeitsschutzbelange in betrieblichen Prozessen

4.6 Betriebliche arbeitsschutzspezifische Prozesse organisieren

4.7 Ständige Verbesserung sicherstellen

5    Untersuchung nach Ereignissen

5.1 Untersuchungen von Ereignissen, Ursachenanalysen und deren Auswertungen

5.2 Ermitteln von Unfallschwerpunkten sowie Schwerpunkten arbeitsbedingter Erkran‑

kungen

5.3 Verbesserungsvorschläge

6    Allgemeine Beratung von Arbeitgebern und Führungskräften, betrieblichen Interessenver‑

tretungen, Beschäftigten

6.1 Beratung zu Rechtsgrundlagen, Stand der Technik und Arbeitsmedizin, wissenschaft‑

lichen Erkenntnissen

6.2 Beantwortung von Anfragen

6.3 Verbreitung der Information im Unternehmen, einschließlich Teambesprechungen

6.4 Externe Beratung zu speziellen Problemen des Arbeitsschutzes organisieren

7    Erstellung von Dokumentationen, Erfüllung von Meldepflichten

7.1 Unterstützung bei der Erstellung von Dokumentationen

7.2 Unterstützung bei der Erfüllung von Meldepflichten gegenüber den zuständigen Be‑

hörden und Unfallversicherungsträgern

7.3 Dokumentation von Vorschlägen an den Arbeitgeber einschließlich Angabe des jewei‑

ligen Umsetzungsstandes

7.4 Dokumentation zur eigenen Tätigkeit und zur Inanspruchnahme der Einsatzzeiten

8 Mitwirken in betrieblichen Besprechungen

8.1 Direkte persönliche Beratung von Arbeitgebern

8.2 Teilnahme an Dienstgesprächen des Arbeitgebers mit seinen Führungskräften

14

 

Anlage 2

8.3 Teilnahme an Besprechungen der betrieblichen Beauftragten entsprechend §§ 9, 10

und 11 Arbeitssicherheitsgesetz

8.4 Teilnahme an sonstigen Besprechungen, einschließlich Betriebsversammlung

8.5 Nutzung eines ständigen Kontaktes mit Führungskräften

8.6 Sitzung des Arbeitsschutzausschusses

9 Selbstorganisation

9.1 Ständige Fortbildung organisieren (Aktualisierung und Erweiterung)

9.2 Wissensmanagement entwickeln und nutzen

9.3 Erfassen und Aufarbeiten von Hinweisen der Beschäftigten

9.4 Erfahrungsaustausch insbesondere mit den Unfallversicherungsträgern und den

zuständigen Behörden nutzen

  1. Betriebsspezifischer Teil der Betreuung

Der Bedarf an betriebsspezifischer Betreuung wird vom Unternehmer in einem Verfahren ermittelt, das die nachfolgend aufgeführten Aufgabenfelder sowie Auslöse- und Aufwands­kriterien berücksichtigt. Das Verfahren erfordert, dass der Unternehmer alle Aufgabenfelder hinsichtlich ihrer Relevanz für die betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung regelmäßig, insbesondere nach wesentlichen Änderungen, prüft. Die Aufgabenfelder sind:

1    Regelmäßig vorliegende betriebsspezifische Unfall- und Gesundheitsgefahren, Erforder‑

nisse zur menschengerechten Arbeitsgestaltung

1.1 Besondere Tätigkeiten

1.2 Arbeitsplätze und Arbeitsstätten, die besondere Risiken aufweisen

1.3 Arbeitsaufgaben und Arbeitsorganisation mit besonderen Risiken

1.4 Erfordernis arbeitsmedizinischer Vorsorge

1.5 Erfordernis besonderer betriebsspezifischer Anforderungen beim Personaleinsatz

1.6 Sicherheit und Gesundheit unter den Bedingungen des demografischen Wandels

1.7 Arbeitsgestaltung zur Vermeidung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren, Erhalt der

individuellen gesundheitlichen Ressourcen im Zusammenhang mit der Arbeit

1.8 Unterstützung bei der Weiterentwicklung eines Gesundheitsmanagements

2    Betriebliche Veränderungen in den Arbeitsbedingungen und in der Organisation

2.1 Beschaffung von grundlegend neuartigen Maschinen, Geräten

2.2 Grundlegende Veränderungen zur Errichtung neuer Arbeitsplätze bzw. der Arbeits‑

platzausstattung; Planung, Neuerrichtung von Betriebsanlagen; Umbau, Neubaumaß‑

nahmen

15

 

Anlage 2

2.3 Einführung völlig neuer Stoffe, Materialien

2.4 Grundlegende Veränderung betrieblicher Abläufe und Prozesse; grundlegende Verän­derung der Arbeitszeitgestaltung; grundlegende Änderung, Einführung neuer Arbeits-verfahren

2.5 Spezifische Erfordernisse zur Schaffung einer geeigneten Organisation zur Durchfüh­rung der Maßnahmen des Arbeitsschutzes sowie der Integration in die Führungstätig­keit und zum Aufbau eines Systems der Gefährdungsbeurteilung

3    Externe Entwicklung mit spezifischem Einfluss auf die betriebliche Situation

3.1 Neue Vorschriften, die für den Betrieb umfangreiche Änderungen nach sich ziehen 3.2 Weiterentwicklung des für den Betrieb relevanten Stands der Technik und Arbeitsmedizin

4    Betriebliche Aktionen, Programme und Maßnahmen

Schwerpunktprogramme, Kampagnen sowie Unterstützung von Aktionen zur Gesund‑

heitsförderung

Ein Verfahren zur Ermittlung der Betreuungsleistungen einschließlich der Anwendung der

Auslöse- und Aufwandskriterien ist in Anhang 4 näher erläutert.

Die Ermittlung von Dauer und Umfang der betriebsspezifischen Betreuung beinhaltet die Prüfung durch den Unternehmer, welche Aufgaben im Betrieb erforderlich sind und die Fest­legung des entsprechenden Personalaufwandes für die Aufgabenerledigung. Er hat auf der Grundlage des ermittelten Personalaufwandes die Betreuungsleistung mit Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit festzulegen und schriftlich zu vereinbaren.

  1. Zuordnung der Betriebsarten zu den Betreuungsgruppen

Die nachfolgende Tabelle weist die Zuordnung der Betriebe anhand des WZ-Schlüssels der jeweiligen Betriebsart zu den Betreuungsgruppen der Grundbetreuung nach Abschnitt 2 aus.

Auszug für die Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution aus der Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008).

Eine vollständige Liste mit den Angaben aller Unfallversicherungsträger wird bei der Deut­schen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) geführt.

 

16

 

Anlage 2

Lfd. Nr. WZ

2008 Kode

WZ 2008 – Bezeichnung
(a.n.g. = anderweitig nicht genannt)
Gruppe I 2,5 h Gruppe II 1,5 h Gruppe III 0,5 h
784 E ABSCHNITT E – WASSERVERSORGUNG; ABWASSER-UND ABFALLENTSORGUNG UND BESEITIGUNG VON UMWELTVERSCHMUTZUNGEN
796 38 Sammlung, Behandlung und Beseitigung von Abfällen; Rückgewinnung
797 38.1 Sammlung von Abfällen X
802 38.21 Abfallbehandlung und -beseitigung X
807 38.3 Rückgewinnung X
881 G ABSCHNITT G – HANDEL; INSTANDHALTUNG UND REPARATUR VON KRAFTFAHRZEUGEN
882 45 Handel mit Kraftfahrzeugen; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen
883 45.1 Handel mit Kraftwagen X
894 45.3 Handel mit Kraftwagenteilen und -zubehör X
899 45.4 Handel mit Krafträdern, Kraftradteilen und -zube-hör; Instandhaltung und Reparatur von Krafträdern X
902 46 Großhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen)
903 46.1 Handelsvermittlung X
947 46.2 Großhandel mit landwirtschaftlichen Grundstoffen und lebenden Tieren X
956 46.3 Großhandel mit Nahrungs- und Genussmitteln, Getränken und Tabakwaren X
978 46.4 Großhandel mit Gebrauchs- und Verbrauchsgütern X
1006 46.5 Großhandel mit Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik X
1011 46.6 Großhandel mit sonstigen Maschinen,
Ausrüstungen und Zubehör
X
1028 46.7 Sonstiger Großhandel
1029 46.71 Großhandel mit festen Brennstoffen und Mineralöl-erzeugnissen X
1032 46.72 Großhandel mit Erzen, Metallen und Metallhalb­zeug X
1035 46.73 Großhandel mit Holz, Baustoffen, Anstrichmitteln und Sanitärkeramik X
1044 46.74 Großhandel mit Metall- und Kunststoffwaren für Bauzwecke sowie Installationsbedarf für Gas, Wasser und Heizung X

 

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Anlage 2

Lfd. Nr. WZ

2008 Kode

WZ 2008 – Bezeichnung
(a.n.g. = anderweitig nicht genannt)
Gruppe I 2,5 h Gruppe II 1,5 h Gruppe III 0,5 h
1048 46.75 Großhandel mit chemischen Erzeugnissen X
1050 46.76 Großhandel mit sonstigen Halbwaren X
1052 46.77 Großhandel mit Altmaterialien und Reststoffen X
1054 46.9 Großhandel ohne ausgeprägten Schwerpunkt X
1059 47 Einzelhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen)
1060 47.1 Einzelhandel mit Waren verschiedener Art (in Verkaufsräumen) X
1067 47.2 Einzelhandel mit Nahrungs- und Genussmitteln, Getränken und Tabakwaren (in Verkaufsräumen) X
1082 47.3 Einzelhandel mit Motorenkraftstoffen (Tankstellen) X
1086 47.4 Einzelhandel mit Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik (in Verkaufsräumen) X
1093 47.5 Einzelhandel mit sonstigen Haushaltsgeräten, Textilien, Heimwerker- und Einrichtungsbedarf (in Verkaufsräumen) X
1108 47.6 Einzelhandel mit Verlagsprodukten, Sportaus­rüstungen und Spielwaren (in Verkaufsräumen) X
1121 47.7 Einzelhandel mit sonstigen Gütern (in Verkaufs­räumen) X
1147 47.8 Einzelhandel an Verkaufsständen und auf Märkten X
1154 47.9 Einzelhandel, nicht in Verkaufsräumen,
an Verkaufsständen oder auf Märkten
X
1161 H ABSCHNITT H – VERKEHR UND LAGEREI
1208 52 Lagerei sowie Erbringung von sonstigen Dienst­leistungen für den Verkehr
1209 52.1 Lagerei X
1212 52.2 Erbringung von sonstigen Dienstleistungen für den Verkehr X
1282 J ABSCHNITT J – INFORMATION UND
KOMMUNIKATION
1283 58 Verlagswesen
1284 58.1 Verlegen von Büchern und Zeitschriften; sonstiges Verlagswesen (ohne Software) X
1289 58.13 Verlegen von Zeitungen X
1295 58.2 Verlegen von Software X

 

 

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Anlage 3

(zu § 2 Abs. 4 Satz 1)

Alternative bedarfsorientierte betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung in Betrieben mit mehr als 10 und bis zu 30 Beschäftigten

  1. Allgemeines

Bei der Anwendung der alternativen bedarfsorientierten betriebsärztlichen und sicherheits­technischen Betreuung wird der Unternehmer zu Fragen der Sicherheit und des Gesund­heitsschutzes im Betrieb informiert und für die Durchführung der erforderlichen Maßnahmen motiviert. Die alternative bedarfsorientierte betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung besteht aus Motivations- und Informationsmaßnahmen, Fortbildungsmaßnahmen und der Inanspruchnahme der bedarfsorientierten Betreuung.

Die Beschäftigten werden über die Art der praktizierten betriebsärztlichen und sicherheits­technischen Betreuung informiert und wissen, welcher Betriebsarzt und welche Fachkraft für Arbeitssicherheit anzusprechen ist.

  1. Motivations-, Informations- und Fortbildungsmaßnahmen

Im Rahmen einer grundlegenden Motivations- und Informationsmaßnahme wird der Unter­nehmer für den Arbeitsschutz sensibilisiert und von dessen Nutzen überzeugt. Er wird dazu befähigt, zu erkennen, wann eine externe betriebsärztliche und/oder sicherheitstechnische Betreuung erforderlich ist und motiviert, diese im Bedarfsfall in Anspruch zu nehmen.

Die Motivations- und Informationsmaßnahmen umfassen branchenneutrale und branchen­spezifische Inhalte. Sie sind innerhalb eines von der Berufsgenossenschaft vorgegebenen Zeitrahmens zu absolvieren.

Für Betriebe der Gruppe II (gemäß Anlage 2 Abschnitt 4) werden sie in Form von Seminaren und Selbstlernmaßnahmen mit Wirksamkeitskontrollen durchgeführt.

Für Betriebe der Gruppe II beträgt der grundlegende und branchenbezogene Motivations-und Informationsbedarf 16 Lerneinheiten, die anteilig als berufsgenossenschaftliches oder von der Berufsgenossenschaft anerkanntes Präsenzseminar und darüber hinaus als von der Berufsgenossenschaft vorgegebene Selbstlernmaßnahme zu absolvieren sind. Sie schließen mit einer erfolgreich zu absolvierenden Wirksamkeitskontrolle bei von der Berufsgenossen­schaft benannten Stellen ab.

Für Betriebe der Gruppe III (gemäß Anlage 2 Abschnitt 4) werden sie in Form von Selbstlern-maßnahmen mit Wirksamkeitskontrollen durchgeführt.

19

 

Anlage 3

Für Betriebe der Gruppe III beträgt der grundlegende und branchenbezogene Motiva-tions- und Informationsbedarf 8 Lerneinheiten, die als von der Berufsgenossenschaft vorgegebene Selbstlernmaßnahme zu absolvieren sind. Sie schließen mit einer erfolg­reich zu absolvierenden Wirksamkeitskontrolle ab.

Inhalte der Motivation bei der alternativen bedarfsorientierten Betreuung sind insbesondere die Darstellung der Vorteile, die sich aus der wirksamen Umsetzung des Arbeitsschutzes ergeben:

–    der Aufbau und die Stärkung eines Sicherheits- und Gesundheitsbewusstseins,

–    ein verantwortungsvoller Umgang mit den Arbeitnehmern,

–    die Wahrnehmung der Fürsorgepflicht,

–    eine erhöhte Motivation der Arbeitnehmer,

–    eine Reduzierung der Arbeitsunfähigkeitsrate,

– eine Kostenersparnis z. B. durch entfallende Lohnfortzahlung.

Themen der Informationsmaßnahmen sind insbesondere:

– Arbeits- und Gesundheitsschutz als Führungsaufgabe und Unternehmensziel,

–    Erkennen von Anlässen für die arbeitsmedizinische und sicherheitstechnische Betreu­ung,

–    branchenspezifische Informationen zu Gefährdungspotenzialen und Anleitung zum

Durchführen der Gefährdungsbeurteilung, einschl. Dokumentation,

– mechanische, elektrische, chemische, biologische Gefährdungen, Brandgefahr,

– Ergonomie.

Über die erfolgreiche Teilnahme an Motivations- und Informationsmaßnahmen wird eine Bescheinigung ausgestellt.

Die Berufsgenossenschaft kann den Erfolg der Selbstlernmaßnahme in einem Gespräch mit dem Unternehmer prüfen.

Für Betriebe der Gruppe II nimmt im Anschluss daran der Unternehmer im Abstand von höchstens 5 Jahren an von dem Unfallversicherungsträger durchgeführten oder anerkannten Fortbildungsmaßnahmen teil; der Umfang beträgt mindestens 4 Lehreinheiten.

Für Betriebe der Gruppe III nimmt im Anschluss daran der Unternehmer im Abstand von höchstens 5 Jahren an von dem Unfallversicherungsträger durchgeführten oder anerkannten Fortbildungsmaßnahmen teil.

 

20

 

Anlage 3

Gleichwertige Motivations- und Informationsmaßnahmen anderer Unfallversicherungsträger werden von der Berufsgenossenschaft anerkannt.

  1. Bedarfsorientierte Betreuung

Nach dem Abschluss der Motivations- und Informationsmaßnahmen kann der Unternehmer über die Notwendigkeit und das Ausmaß einer externen Betreuung selbst entscheiden. Eine sachgerechte bedarfsorientierte betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung im Betrieb erfolgt auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung, die erforderlichenfalls unter Einschaltung von Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit mit branchenspezifischen Kenntnissen durchgeführt wird.

Darüber hinaus ist der Unternehmer verpflichtet, sich bei besonderen Anlässen qualifiziert in Fragen der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes durch einen Betriebsarzt oder eine Fach­kraft für Arbeitssicherheit mit branchenbezogener Fachkunde betreuen zu lassen. Besondere Anlässe für eine Betreuung durch den Betriebsarzt und die Fachkraft für Arbeitssicherheit können unter anderem sein die

–    Planung, Errichtung und Änderung von Betriebsanlagen,

–    Einführung neuer Arbeitsmittel, die ein erhöhtes Gefährdungspotenzial zur Folge haben,

–    grundlegende Änderung von Arbeitsverfahren,

–    Einführung neuer Arbeitsverfahren,

–    Gestaltung neuer Arbeitsplätze und -abläufe,

–    Einführung neuer Arbeitsstoffe bzw. Gefahrstoffe, die ein erhöhtes Gefährdungspotenzial zur Folge haben,

–    Untersuchung von Unfällen und Berufskrankheiten,

–    Beratung der Beschäftigten über besondere Unfall- und Gesundheitsgefahren bei der Arbeit,

–    Erstellung von Notfall- und Alarmplänen.

Weitere Anlässe für das Tätigwerden einer Fachkraft für Arbeitssicherheit können unter ande­rem sein die

–    Durchführung sicherheitstechnischer Überprüfungen und Beurteilungen von Anlagen, Arbeitssystemen und Arbeitsverfahren,

–    das Auftreten von Gewaltübergriffen und Überfallgeschehen.

Weitere Anlässe für das Tätigwerden eines Betriebsarztes können unter anderem sein

–    eine grundlegende Umgestaltung von Arbeitszeit-, Pausen- und Schichtsystemen,

–    die Erforderlichkeit der Durchführung arbeitsmedizinischer Vorsorgeuntersuchungen, Beurteilungen und Beratungen,

21

 

Anlage 3

– Suchterkrankungen, die ein gefährdungsfreies Arbeiten beeinträchtigen,

–    Fragen des Arbeitsplatzwechsels sowie der Eingliederung und Wiedereingliederung be­hinderter Menschen und der (Wieder-) Eingliederung von Rehabilitanden,

–    die Häufung gesundheitlicher Probleme,

–    das Auftreten posttraumatischer Belastungszustände.

Anlassbezogene Beratungen zu spezifischen Fachthemen können im Einzelfall auch durch Personen mit spezieller anlassbezogener Fachkunde erbracht werden, die nicht über eine Qualifikation als Betriebsarzt bzw. Fachkraft für Arbeitssicherheit verfügen. Dies kann bei­spielsweise für Beratungen im Zusammenhang mit Lärmminderungs-, Brandschutz- und Lüftungsmaßnahmen zutreffen.

  1. Schriftliche Nachweise

Im Betrieb sind die nachfolgend aufgeführten schriftlichen Nachweise zur Einsichtnahme durch die zuständigen Aufsichtsorgane vorzuhalten

–    Teilnahmenachweis an den Maßnahmen zur Motivation, Information sowie der Fortbil­dung,

–    aktuelle Unterlagen über die im Betrieb durchgeführte Gefährdungsbeurteilung, – die Berichte nach § 5 dieser Unfallverhütungsvorschrift.

Erfüllt der Unternehmer seine Verpflichtungen im Rahmen der alternativen bedarfsorientier­ten Betreuungsform nicht, unterliegt er mit seinem Betrieb der Regelbetreuung nach § 2 Abs. 3 dieser Unfallverhütungsvorschrift.

 

22

 

Anlage 4

(zu § 2 Abs. 4 Satz 2)

Alternative bedarfsorientierte betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung in Betrieben mit 10 und weniger Beschäftigten durch Kompetenzzentren

  1. Allgemeines

Als Voraussetzung für die Teilnahme am alternativen Betreuungsmodell der bedarfsorientier­ten betriebsärztlichen und sicherheitstechnischen Betreuung durch Kompetenzzentren wird der Unternehmer zu Fragen der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes im Betrieb informiert und für die Durchführung der erforderlichen Maßnahmen motiviert. Die alternative bedarfs­orientierte betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung besteht aus Motivations-und Informationsmaßnahmen, und der Inanspruchnahme der bedarfsorientierten Betreuung.

  1. Motivations-, Informations- und Fortbildungsmaßnahmen

Die Motivations- und Informationsmaßnahmen umfassen branchenneutrale und branchen­spezifische Inhalte. Sie sind innerhalb eines von der Berufsgenossenschaft vorgegebenen Zeitrahmens zu absolvieren.

Für Betriebe der Gruppe II und III (gemäß Anlage 2 Abschnitt 4) beträgt der grundlegende und branchenbezogene Motivations- und Informationsbedarf 8 Lerneinheiten, die als von der Berufsgenossenschaft vorgegebene Selbstlernmaßnahme zu absolvieren sind. Sie schließen mit einer erfolgreich zu absolvierenden Wirksamkeitskontrolle ab.

Inhalte der Motivation bei der alternativen bedarfsorientierten Betreuung sind insbesondere die Darstellung der Vorteile, die sich aus der wirksamen Umsetzung des Arbeitsschutzes ergeben:

–    der Aufbau und die Stärkung eines Sicherheits- und Gesundheitsbewusstseins,

–    ein verantwortungsvoller Umgang mit den Beschäftigten,

–    die Wahrnehmung der Fürsorgepflicht,

– eine erhöhte Motivation der Beschäftigten,

–    eine Reduzierung der Arbeitsunfähigkeitsrate,

– eine Kostenersparnis z.B. durch entfallende Lohnfortzahlung.

Themen der Informationsmaßnahmen sind insbesondere:

– Arbeits- und Gesundheitsschutz als Führungsaufgabe und Unternehmensziel,

–    Erkennen von Anlässen für die arbeitsmedizinische und sicherheitstechnische Betreuung,

–   branchenspezifische Informationen zu Gefährdungspotenzialen und Anleitung zum Durchführen der Gefährdungsbeurteilung, einschl. Dokumentation,

23

 

Anlage 4

– mechanische, elektrische, chemische, biologische Gefährdungen, Brandgefahr, – Ergonomie.

Über die erfolgreiche Teilnahme an Motivations- und Informationsmaßnahmen wird eine Bescheinigung ausgestellt. Die Berufsgenossenschaft kann den Erfolg der Selbstlernmaß-nahme in einem Gespräch mit dem Unternehmer prüfen.

Zur Aktualisierung und zur Aufrechterhaltung der Motivation bietet die Berufsgenossenschaft Fortbildungsmaßnahmen an. Hiermit wird der Kenntnisstand der Teilnehmer aktualisiert und die Motivation aufrechterhalten. Der Fortbildung dienen Veranstaltungsangebote der Kompe­tenzzentren sowie Fachinformationen des Unfallversicherungsträgers.

Die Wahrnehmung der Fortbildung ist der Berufsgenossenschaft auf Verlangen nachzuweisen.

Die Teilnahme an von der Berufsgenossenschaft zu diesem Zweck durchgeführten oder aner­kannten Maßnahmen ist spätestens nach 5 Jahren erforderlich.

Hat ein Unternehmer bereits Aus- und Fortbildungsmaßnahmen im Rahmen der alternativen Betreuungsform bei einem anderen Unfallversicherungsträger erfolgreich absolviert, so ent­scheidet die Berufsgenossenschaft im Einzelfall, ob und ggf. an welchen Aus- und Fortbil­dungsmaßnahmen er teilzunehmen hat.

  1. Bedarfsorientierte Betreuung

Nach dem Abschluss der Motivations- und Informationsmaßnahmen kann der Unternehmer über die Notwendigkeit und das Ausmaß einer externen Betreuung selbst entscheiden. Die Betreuung der Betriebe erfolgt über Kompetenzzentren.

Eine sachgerechte bedarfsorientierte betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung im Betrieb erfolgt auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung. Zu deren Erstellung oder Aktualisierung kann der Unternehmer sein zuständiges Kompetenzzentrum hinzuziehen.

Darüber hinaus ist der Unternehmer verpflichtet, sich bei besonderen Anlässen qualifiziert in Fragen der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes durch das Kompetenzzentrum betreuen zu lassen. Besondere Anlässe für eine Betreuung durch den Betriebsarzt und die Fachkraft für Arbeitssicherheit können sein die

–    Planung, Errichtung und Änderung von Betriebsanlagen,

–    Einführung neuer Arbeitsmittel, die ein erhöhtes Gefährdungspotenzial zur Folge haben,

24

 

Anlage 4

–    grundlegende Änderung von Arbeitsverfahren,

–    Einführung neuer Arbeitsverfahren,

–    Gestaltung neuer Arbeitsplätze und -abläufe,

–    Einführung neuer Arbeitsstoffe bzw. Gefahrstoffe, die ein erhöhtes Gefährdungspotenzial zur Folge haben,

–    Untersuchung von Unfällen und Berufskrankheiten,

–    Beratung der Beschäftigten über besondere Unfall- und Gesundheitsgefahren bei der Arbeit,

–    Erstellung von Notfall- und Alarmplänen.

Weitere Anlässe für das Tätigwerden einer Fachkraft für Arbeitssicherheit können sein die

–    Durchführung sicherheitstechnischer Überprüfungen und Beurteilungen von Anlagen, Arbeitssystemen und Arbeitsverfahren

–    das Auftreten von Gewaltübergriffen und Überfallgeschehen.

Weitere Anlässe für das Tätigwerden eines Betriebsarztes können sein

–    eine grundlegende Umgestaltung von Arbeitszeit-, Pausen- und Schichtsystemen,

–    die Erforderlichkeit der Durchführung arbeitsmedizinischer Vorsorgeuntersuchungen,

Beurteilungen und Beratungen,

– Suchterkrankungen, die ein gefährdungsfreies Arbeiten beeinträchtigen,

–    Fragen des Arbeitsplatzwechsels sowie der Eingliederung und Wiedereingliederung be­hinderter Menschen sowie der (Wieder-) Eingliederung von Rehabilitanden,

–    die Häufung gesundheitlicher Probleme,

–    das Vorliegen posttraumatischer Belastungszustände.

  1. Schriftliche Nachweise

Im Betrieb sind die nachfolgend aufgeführten schriftlichen Nachweise zur Einsichtnahme durch die zuständigen Aufsichtsorgane vorzuhalten

–    Teilnahmenachweis an den Maßnahmen zur Motivation und Information,

–    aktuelle Unterlagen über die im Betrieb durchgeführte Gefährdungsbeurteilung,

–    die Berichte nach § 5 dieser Unfallverhütungsvorschrift über die Inanspruchnahme externer bedarfsorientierter Betreuung.

Die Beschäftigten werden über die Art der praktizierten betriebsärztlichen und sicherheits­technischen Betreuung informiert und wissen, welches Kompetenzzentrum anzusprechen ist. Erfüllt der Unternehmer seine Verpflichtungen im Rahmen der alternativen bedarfsorientier­ten Betreuungsform nicht, unterliegt er mit seinem Betrieb der Regelbetreuung nach § 2 Abs. 2 dieser Unfallverhütungsvorschrift.

25

 

Anhang 1

(zu § 2)

Hinweise zur Bestellung und zum Tätigwerden der Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeits­sicherheit

Bei Feststellung der Zahl der Beschäftigten zur Zuordnung der Betreuungsmodelle sind Teil­zeitbeschäftigte mit einer regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit von nicht mehr als 20 Stunden mit 0,5 und nicht mehr als 30 Stunden mit 0,75 zu berücksichtigen.

Als Beschäftigte zählen auch Personen, die nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz im Betrieb tätig sind.

In Heimarbeit Beschäftigte nach § 2 Abs. 2 Nr. 3 Arbeitsschutzgesetz werden bei der Berech­nung der Einsatzzeiten nicht berücksichtigt. Gleiches gilt für Personen, die auf Grund von Werkverträgen im Betrieb tätig werden (z.B. Fremdfirmenmitarbeiter).

Betriebsbegriff

Ein Betrieb im Sinne dieser Unfallverhütungsvorschrift ist eine geschlossene Einheit, die durch organisatorische Eigenständigkeit mit eigener Entscheidungscharakteristik geprägt ist. Die Eingruppierung eines Betriebs in eine Betreuungsgruppe nach Anlage 2 erfolgt unter Berücksichtigung des jeweiligen Betriebszweckes, aber nicht nach Tätigkeiten.

Die nachfolgenden Beispiele verdeutlichen die Zuordnung von Betrieben zu ihren jeweiligen Betreuungsgruppen und die Berechnung der Einsatzzeit für die Grundbetreuung.

 

26

 

Anhang zu § 2 Abs. 3 i.V.m. Anlage 2

Abschnitt 2 und Abschnitt 4

Berechnungsbeispiele

Berechnung der Einsatzzeit der Grundbetreuung

Abkürzungen: BA = Betriebsarzt; Sifa = Fachkraft für Arbeitssicherheit

Beispiel 1: Handel mit Krafträdern

WZ WZ 2008 – Bezeichung Gruppe Einsatzzeit für Zahl Gesamte
2008 BA und Sifa der Einsatzzeit
Kode Beschäftigten Grundbetreuung
(Stunden pro BA und Sifa
Jahr und
Beschäftigtem/r) (Stunden pro
Jahr)

 

 

 

Beispiel 2: Schrotthandelsbetrieb

 

WZ

2008 Kode

WZ 2008 – Bezeichung Gruppe Einsatzzeit für BA und Sifa Zahl

der

Beschäftigten

Gesamte Einsatzzeit Grundbetreuung BA und Sifa

(Stunden pro Jahr)

(Stunden pro Jahr und

Beschäftigtem/r)

46.77 Großhandel mit Altmateri­alien und Reststoffen II 1,5 50 75
           

 

 

Beispiel 3: Lebensmitteleinzelhandel (Filialunternehmen)

 

WZ

2008 Kode

WZ 2008 – Bezeichung Gruppe Einsatzzeit für BA und Sifa Zahl

der

Beschäftigten

Gesamte Einsatzzeit Grundbetreuung BA und Sifa

(Stunden pro Jahr)

(Stunden pro Jahr und

Beschäftigtem/r)

Einzelhandel mit Nahrungs-und Genussmitteln, Getränken und Tabakwaren (in Verkaufsräumen) III 0,5 3.000
47.2 1.500
             

 

27

 

Anhang zu § 2 Abs. 3 i.V.m. Anlage 2 Abschnitt 2 und Abschnitt 4

Beispiel 4: Stahlhandelsbetrieb (Großhandel)

WZ WZ 2008 – Bezeichung Gruppe Einsatzzeit für Zahl Gesamte
2008 BA und Sifa der Einsatzzeit
Kode Beschäftigten Grundbetreuung
(Stunden pro BA und Sifa
Jahr und
Beschäftigtem/r) (Stunden pro
Jahr)

 

 

28

 

Anhang 2

(zu § 4)

Branchenspezifische Themen der Ausbildung von Fachkräften für Arbeitssicherheit

Die Ausbildungslehrgänge werden nach den Grundsätzen gestaltet, die das frühere BMA mit Schreiben vom 29. Dezember 1997 an die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung im Rahmen der Fachaufsicht festgelegt hat.

Fachkräfte für Arbeitssicherheit, die einen Ausbildungslehrgang mit Erfolg abgeschlossen ha­ben, der nach den Grundsätzen gestaltet war, die das BMA mit Fachaufsichtsschreiben vom 2. Juli 1979 festgelegt hatte, dürfen weiterhin bestellt werden.

Anforderungen an Ausbildung und Tätigkeit der Fachkräfte für Arbeitssicherheit enthält die Broschüre „Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit – Vorinformationen“. Sie wird dem Unternehmer und der angehenden Fachkraft im Vorfeld der Ausbildungsmaßnahmen zuge­stellt.

Entsprechend Ziffer 7 des Fachaufsichtsschreibens des BMA vom 29. Dezember 1997 (Az: IIIb7 36042 5) zur Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit werden in der Ausbildungs­stufe III (Bereichsbezogene Ausbildung) die erforderlichen bereichsbezogenen Kenntnisse vermittelt, wobei in der Regel auf das in den Ausbildungsstufen I und II erworbene Wissen aufgebaut wird. Dabei werden die Rahmenanforderungen gemäß der Ausbildungskonzeption berücksichtigt, wonach die Rahmenthemen der Ausbildungsstufe III den nachfolgenden 5 Themenfeldern zugeordnet werden:

  1. Spezifische Gefährdungsfaktoren,
  2. Spezifische Maschinen/Geräte/Anlagen,
  3. Spezifische Arbeitsverfahren,
  4. Spezifische Arbeitsstätten,
  5. Spezifische personalbezogene Themen.

Die Rahmenthemen werden wie folgt untergliedert:

–    Rahmenthema „Arbeiten in Bereichen mit Kontaminationsgefahr“ (4 LE) aus dem Themenfeld „Spezifische Gefährdungsfaktoren“. Angesprochen wird insbesondere das Unterthema „Spezifische Gefährdungen im Bereich der BGHW“,

–    Rahmenthema „Erzeugung, Be- und Verarbeitung, Veredelung von Werk- und Baustof­fen“ (2 LE) aus dem Themenfeld Spezifische Maschinen/Geräte/Anlagen“. Angesprochen wird z. B. der Umgang mit spezifischen Geräten im Bereich der BGHW,

–    Rahmenthema „Organisation der Instandhaltung/Störungsbeseitigung“ (4 LE) aus dem

Themenfeld „Spezifische Arbeitsverfahren“. Angesprochen wird u. a. das Unterthema „Maßnahmen zur Störungsprävention und Störungsbehebung“,

29

 

Anhang 2

–    Rahmenthema „Komplexe Verkehrssituationen“ (3 LE) aus dem Themenfeld „Spezifische Arbeitsstätten“. Angesprochen wird insbesondere das Unterthema „Logistik“,

–    Rahmenthema „Verkettete und flexible Systeme“ (2 LE) aus dem Themenfeld „Spezifi‑

sche Maschinen/Geräte/Anlagen“. Angesprochen wird u. a. das Thema „Maschinen/ Anlagen mit Stetigförderern“,

–    Rahmenthema „Gefährdung/Belastung bestimmter Personengruppen“ (2 LE) aus dem Themenfeld „Spezifische personalbezogene Themen“. Angesprochen wird u. a. „Ergo­nomie in spezifischen Arbeitssystemen der BGHW“.

Ausbildungsmaßnahmen der Stufe III können bereits in den Zeiträumen zwischen den Prä­senzphasen der Ausbildungsstufen I (Grundausbildung) und II (Vertiefende Ausbildung) durchgeführt werden, soweit die erforderlichen fachlichen Kenntnisse vorhanden sind.

 

30

 

Anhang 3

(zu Anlage 2 Abschnitt 2)

Aufgabenfelder der Grundbetreuung und Beschreibung möglicher Aufgaben

Anhang 3 listet zu den Aufgabenfeldern der Grundbetreuung nach Anlage 2 Abschnitt 2 un­verbindlich mögliche Aufgaben von Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit auf, die im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben nach §§ 3 und 6 Arbeitssicherheits-gesetz anfallen können.

1 Unterstützung bei der Gefährdungsbeurteilung (Beurteilung der Arbeitsbedingungen)

1.1 Unterstützung bei der Implementierung eines Gesamtkonzeptes zur Gefährdungsbeurteilung

  • Beratung des Arbeitgebers/Leiters des Betriebs bei der Organisation der Gefährdungsbeurteilung – Zum Grundanliegen informieren und sensibilisieren

–  Betriebliches Konzept zur Umsetzung entwickeln
– Regelungen zur Durchführung entwickeln

–  Konzept zur Implementierung eines ständigen Verbesserungsprozesses entwickeln

  • Unterstützung der Führungskräfte

– Zum Grundanliegen, zu betrieblichem Konzept und zu Regelungen zur Durchführung informie‑

ren und sensibilisieren

–  Führungskräfte zur eigenständigen Durchführung qualifizieren

– Hilfsmittel einschl. Dokumentationsvorlagen für Führungskräfte entwickeln und einführen;

unter Beteiligung der Führungskräfte bedarfsgerecht anpassen

– Betriebliche Musterbeispiele entwickeln

1.2 Unterstützung bei der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung

  • Führungskräfte bei unterschiedlichen Anlässen direkt beraten
  • Fachkunde insbesondere bei der Gefährdungsermittlung, Risikobeurteilung und der Ableitung der erforderlichen Maßnahmen als Grundbetreuung einbringen
  • Motivierung der Beschäftigten zur Beteiligung unterstützen
  • Bei der Wirkungskontrolle erforderlicher Maßnahmen beraten
  • Bei der Dokumentation im Sinne von § 6 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) unterstützen

1.3 Beobachtung der gelebten Praxis und Auswertung der Gefährdungsbeurteilung

  • Stichprobenhaft prüfen, ob Beurteilungen der Arbeitsbedingungen bei den relevanten Anlässen in der vorgesehenen Qualität durchgeführt werden (Auditieren)
  • Auswertungen zusammenfassen und vergleichen sowie Verbesserungsbedarfe ableiten (z. B. im Rahmen des Jahresberichts)
  • Schwerpunktprogramme zur kontinuierlichen Verbesserung vorschlagen

 

31

 

Anhang 3

2 Unterstützung bei grundlegenden Maßnahmen der Arbeitsgestaltung – Verhältnisprävention

2.1 Eigeninitiatives Handeln zur Verhältnisprävention an bestehenden Arbeitssystemen

  • Erforderliche Arbeitsschutzmaßnahmen überprüfen und Durchführung (Umsetzung) beobachten: Zustand der Arbeitssysteme ermitteln und beurteilen sowie Soll-Zustände festlegen im Hinblick auf Arbeitsmittel, Arbeitsstoffe, Arbeitsorganisation usw. (Erfüllung der Anforderungen nach § 4 Arb-SchG)

– In regelmäßigen Abständen Begehungen durchführen, Gefährdungsermittlungen und -beurtei‑

lungen mit geeigneten Methoden; Gesundheitsfaktoren in Arbeitssystemen ermitteln und deren Potenziale beurteilen

– Arbeitsmittel, Betriebsanlagen, Arbeitsverfahren, Einsatz von Arbeitsstoffen, Arbeitsplatzge­staltung, soziale und sanitäre Einrichtungen überprüfen – unter Beachtung arbeitsphysiolo­gischer, arbeitspsychologischer und sonstiger ergonomischer sowie arbeitshygienischer Fragen

– Arbeitsablauforganisation einschließlich Arbeitsaufgaben, -rhythmus und Arbeitszeit- und Pausengestaltung überprüfen

– Arbeitsstätten und Arbeitsumgebung überprüfen

– Personaleinsatz (Arbeitsplatzwechsel, Alleinarbeit) überprüfen

  • Lösungssuche unterstützen, Gestaltungsvorschläge unterbreiten, Durch- und Umsetzung begleiten

und darauf hinwirken

– Technische Maßnahmen (Sicherheitstechnik, Ergonomie, einschließlich Instandhaltung der

Schutzeinrichtungen)

– Organisatorische Maßnahmen

– Hygienemaßnahmen

– Auswahl, Erprobung, Einsatz, Benutzung, Instandhaltung von persönlichen Schutzaus‑

rüstungen (PSA)

– Gestaltung organisationsbezogener Gesundheitsfaktoren (Gestaltung von Arbeitsaufgaben,

Arbeitsorganisation, Arbeitsumgebung zur Förderung der Gesundheit)

– Arbeitsplatzwechsel sowie Eingliederung und Wiedereingliederung behinderter Menschen

  • Wirkungskontrollen durchführen

– Durchführung überprüfen

– Wirksamkeit von durchgeführten Schutzmaßnahmen

– Auf neue Gefährdungen überprüfen

2.2 Eigeninitiatives Handeln zur Verhältnisprävention bei Veränderung der Arbeitsbedingungen Z. B. bei Veränderungen von Arbeitsplätzen, Ersatzbeschaffung von Maschinen, Geräten, Änderung von Arbeitsverfahren, Veränderung betrieblicher Abläufe, Prozesse, Einführung von Arbeitsstoffen, Materialien, Veränderungen der Arbeitszeitgestaltung

  • Vor Inbetriebnahme bzw. Einführung prüfen auf

– Erfüllung von sicherheitstechnischen und ergonomischen Anforderungen

– Vorhandensein von Betriebsanleitungen, Betriebsanweisungen, Sicherheitsdatenblättern usw.

– Vorhandensein von Warn- und Gefahrenhinweisen

– Bereitstellung erforderlicher PSA

– Fortschreibung Gefährdungsbeurteilung

– Ggf. Ableitung ergänzender Maßnahmen

  • Auf grundlegende Änderungen im Sinne des Geräte- und Produktsicherheitsgesetzes (GPSG) prüfen und ggf. erforderliche Maßnahmen einfordern (einschl. Dokumentationen und Nachweise)
  • Zu Festlegungen von erforderlichen Prüfungen im Sinne der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) beraten

32

 

Anhang 3

3 Unterstützung bei grundlegenden Maßnahmen der Arbeitsgestaltung – Verhaltensprävention

3.1 Unterstützung bei Unterweisungen, Betriebsanweisungen, Qualifizierungsmaßnahmen Hinwirken auf und Mitwirken bei insbesondere

  • Aufbau eines Unterweisungssystems und der Durchführung von Unterweisungen
  • Erstellung von Betriebsanweisungen
  • Entwicklung von Verhaltensregeln
  • Durchführung von Qualifizierungsmaßnahmen mit Arbeitsschutzbezug

3.2 Motivieren zum sicherheits- und gesundheitsgerechten Verhalten
Insbesondere

  • auf sicherheitsgerechtes und gesundheitsgerechtes Verhalten hinwirken
  • auf die Benutzung der PSA hinwirken

3.3 Information und Aufklärung

Beschäftigte informieren und aufklären insbesondere über

  • Unfall- und Gesundheitsgefahren
  • sicherheits- und gesundheitsgerechtes Verhalten
  • Sicherheits- und Schutzeinrichtungen

3.4 Kollektive arbeitsmedizinische Beratung der Beschäftigten

4 Unterstützung bei der Schaffung einer geeigneten Organisation und Integration in die Führungs­tätigkeit

4.1 Integration des Arbeitsschutzes in die Aufbauorganisation
Unterstützen insbesondere bei

  • Übertragung von Aufgaben und Befugnissen im Arbeitsschutz
  • Kontrolle der Erfüllung der Aufgaben
  • Gewährleistung der Beauftragtenorganisation (Arbeitsschutzorganisation: Betriebsarzt, Fachkraft für Arbeitssicherheit, Sicherheitsbeauftragte, Ersthelfer, …)
  • Kooperationsverpflichtung der Führungskräfte mit Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit
  • Zusammenarbeit mehrerer Arbeitgeber im Sinne des 8 ArbSchG (Unteraufträge, Zeitarbeit, Bau­stellen u. Ä.)

4.2 Integration des Arbeitsschutzes in die Unternehmensführung
Unterstützen insbesondere bei

  • Entwicklung einer betrieblichen Arbeitsschutzstrategie durch die oberste Leitung und Bekanntma­chen im Betrieb
  • Förderung des arbeitsschutzgerechten Führens
  • Berücksichtigung der Arbeitsschutzbelange bei strategischen und operativen Entscheidungen

4.3 Beratung zu erforderlichen Ressourcen zur Umsetzung der Arbeitsschutzmaßnahmen Unterstützen bei der Organisation der Ressourcenbereitstellung, insbesondere hinsichtlich

  • erforderlicher Mittel (gemäß 3 Abs. 2 ArbSchG) zur Umsetzung der Arbeitsschutzmaßnahmen
  • Schaffen personeller Voraussetzungen und Sicherstellen erforderlicher Qualifikation:

– Mitwirken bei der Schulung der Sicherheitsbeauftragten

– Mitwirken bei der Schulung der Ersthelfer

  • Schaffen der organisatorischen Voraussetzungen für die Mitwirkungspflichten der Beschäftigen (gemäß § 3 Abs. 2 ArbSchG)

33

 

Anhang 3

4 Unterstützung bei der Schaffung einer geeigneten Organisation und Integration in die Führungs­tätigkeit

4.4 Kommunikation und Information sichern
Insbesondere unterstützen beim

  • Einrichten und Betreiben des Arbeitsschutzausschusses
  • Bereitstellen erforderlicher Informationen für alle Beteiligten

4.5 Berücksichtigung der Arbeitsschutzbelange in betrieblichen Prozessen

Unterstützen, um Arbeitsschutzbelange in betrieblichen Prozessen durch Regelungen organisatorisch

sicherzustellen, insbesondere

  • in allen Produktions- und Dienstleistungsprozessen (Integration in den betrieblichen Alltag)
  • für Investitions- und Planungsprozesse
  • für Neubau-, Umbau-, Anbauvorhaben
  • für Beschaffung von Arbeitsmitteln (Maschinen, Anlagen, Werkzeuge, Arbeitsstoffe)
  • für Vergabe von Aufträgen an Fremdfirmen; Zusammenarbeit mehrerer Arbeitgeber
  • für Instandhaltung (z. B. Baulichkeiten, Maschinen, Anlagen)
  • für Einstellung neuer Mitarbeiter, Umsetzung von Mitarbeitern

4.6 Betriebliche arbeitsschutzspezifische Prozesse organisieren

Unterstützen, um arbeitsschutzspezifische Prozesse zu organisieren, insbesondere bei

  • Umgang mit dem Vorschriften- und Regelwerk zum Arbeitsschutz (Vorschriften- und Regelwerks-management)
  • Überwachen des Zustands der Arbeitsbedingungen
  • Umgang mit externen Vorgaben zum Arbeitsschutz (Auflagenmanagement)
  • Organisation der Ersten Hilfe; Einsatzplanung der Ersthelfer
  • Notfallmanagement, Störfallorganisation
  • Unfallmeldewesen
  • Organisation der arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen

4.7 Ständige Verbesserung sicherstellen
Unterstützen insbesondere bei

  • der Ableitung und Vorgabe von Zielen aus der Bestandsaufnahme
  • der Durchführung von Maßnahmen
  • der Bewertung von Stand und Entwicklung
  • der Durchführung von Verbesserungsmaßnahmen

5 Untersuchungen nach Ereignissen

5.1 Untersuchung nach Ereignissen, Ursachenanalysen und deren Auswertungen

  • Meldepflichtige Unfälle, nicht-meldepflichtige Unfälle, Beinaheunfälle, Erste-Hilfe-Fälle, relevante Zwischenfälle ohne Personenschäden; speziell auch tödliche, lebensbedrohliche und Massenun­fälle
  • Berufskrankheiten (Verdachtsfälle, anerkannte Berufskrankheiten)
  • Arbeitsbedingte Erkrankungen; Auswertung von Gesundheitsberichten von Krankenkassen
  • Wegeunfälle

5.2 Ermittlung von Unfallschwerpunkten sowie Schwerpunkten arbeitsbedingter Erkrankungen

34

 

Anhang 3

5 Untersuchungen nach Ereignissen

5.3 Verbesserungsvorschläge

Ableiten von Verbesserungsvorschlägen aus den Analysen und Untersuchungen zur

  • Vermeidung der Wiederholung der eingetretenen Unfälle und Erkrankungen und anderer Ereignisse
  • Vermeidung vergleichbarer Unfälle, Erkrankungen und anderer Ereignisse
  • Bekämpfung von Unfallschwerpunkten und Schwerpunkten arbeitsbedingter Erkrankungen

6 Allgemeine Beratung von Arbeitgebern und Führungskräften, betrieblichen Interessenvertretungen, Beschäftigten

6.1 Beratung zu Rechtsgrundlagen, Stand der Technik und Arbeitsmedizin, wissenschaftlichen

Erkenntnissen

Beobachtung und Auswertung

  • von Vorschriften und ihrer Weiterentwicklung
  • der Weiterentwicklung des für den Betrieb relevanten Stands der Technik und Arbeitsmedizin

bezüglich

– des Wissensstandes zu Gefährdungen und zu Gesundheitsfaktoren

– Fortschritt bei Maßnahmen zu Sicherheit und Gesundheit einschl. menschengerechter Arbeits-gestaltung

6.2 Beantwortung von Anfragen

6.3 Verbreitung der Information im Unternehmen, einschließlich Teambesprechungen

6.4 Externe Beratung zu speziellen Problemen des Arbeitsschutzes organisieren

7 Erstellung von Dokumentationen, Erfüllung von Meldepflichten

7.1 Unterstützung bei der Erstellung von Dokumentationen
Insbesondere bei

  • Erfüllung spezieller Forderungen (z. B. Explosionsschutz-Dokument)
  • Untersuchung von Unfällen und Berufskrankheiten
  • Prüfung von Geräten nach BetrSichV
  • Unterstützung bei der Dokumentation von Zugangsberechtigungen zu besonders gefährlichen Arbeitsbereichen (§ 9 ArbSchG)
  • Unterweisung
  • Unterrichtung über Schutzmaßnahmen bei besonderen Gefahren
  • Freigabe von Anlagen usw. für spezielle Tätigkeiten
  • Übertragung von Aufgaben
  • Kontrollen für Alleinarbeit

7.2 Unterstützung bei der Erfüllung von Meldepflichten gegenüber den zuständigen Behörden und Unfallversicherungsträgern

7.3 Dokumentation von Vorschlägen an den Arbeitgeber einschließlich Angabe des jeweiligen Umsetzungsstandes

7.4 Dokumentation zur eigenen Tätigkeit und zur Inanspruchnahme der Einsatzzeiten

35

 

Anhang 3

8 Mitwirken in betrieblichen Besprechungen

8.1 Direkte persönliche Beratung von Arbeitgebern

8.2 Teilnahme an Dienstgesprächen des Arbeitgebers mit seinen Führungskräften Insbesondere zu Themen wie

  • Aufarbeitungen der bestehenden Risiken im Unternehmen sowie Gesundheitsfaktoren in den Arbeitssystemen
  • Umsetzung von Maßnahmen zu Sicherheit und Gesundheit in den Arbeitssystemen
  • Analysen der Verankerung des Arbeitsschutzes in allen Tätigkeiten und in die betrieblichen Füh­rungsstrukturen
  • Planungen zu Veränderungen von Arbeitssystemen und der betrieblichen Organisation
  • Schlussfolgerungen für die Verbesserung von Sicherheit und Gesundheit

8.3 Teilnahme an Besprechungen der betrieblichen Beauftragten entsprechend §§ 9, 10 und 11 Arbeitssicherheitsgesetz

8.4 Teilnahme an sonstigen Besprechungen, einschließlich Betriebsversammlungen

8.5 Nutzung eines ständigen Kontaktes mit Führungskräften

8.6 Sitzungen des Arbeitsschutzausschusses
Insbesondere

  • Vorbereitung
  • Teilnahme
  • Auswertungen

9 Selbstorganisation

9.1 Ständige Fortbildung organisieren (Aktualisierung und Erweiterung)

9.2 Wissensmanagement entwickeln und nutzen

9.3 Erfassen und Aufarbeiten von Hinweisen der Beschäftigten

9.4 Erfahrungsaustausch insbesondere mit den Unfallversicherungsträgern und den zuständigen Behörden nutzen

 

36

 

Anhang 4

(zu Anlage 2 Abschnitt 3)

Betriebsspezifischer Teil der Betreuung

Anhang 4 beschreibt unverbindlich die zu berücksichtigenden Aufgabenfelder sowie Auslö­se- und Aufwandskriterien und Leistungen, die im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben nach §§ 3 und 6 Arbeitssicherheitsgesetz ergänzend zur Grundbetreuung betriebs­spezifisch erforderlich sein können. Weitere Aufgaben können sich anhand der betrieblichen Erfordernisse und der Gefährdungsbeurteilung ergeben.

A    Verfahren zur Ermittlung der Betreuungsleistungen des betriebsspezifischen Teils der Betreuung

Relevanz und Umfang des betriebsspezifischen Teils der Betreuung sind durch den Arbeitge-ber zu ermitteln und regelmäßig zu überprüfen. Dabei hat er sich durch Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit beraten zu lassen. Die folgenden Tabellen beschreiben die bei der Ermittlung und Überprüfung zu berücksichtigenden Aufgabenfelder, Auslöse- und Auf­wandskriterien sowie zu erbringende Leistungen, die im Rahmen der gesetzlich vorgeschrie­benen Aufgaben nach §§ 3 und 6 Arbeitssicherheitsgesetz ergänzend zur Grundbetreuung betriebsspezifisch erforderlich sein können.

Für jedes Aufgabenfeld der nachfolgenden Tabellen sind in zwei Spalten Auslösekriterien und Aufwandskriterien beschrieben. Die Ermittlung und Überprüfung erfolgt in zwei Schrit­ten, die jeweils in Teilschritte unterteilt sind.

Schritt 1:          Prüfung der Relevanz der Aufgabenfelder

Jedes Aufgabenfeld ist anhand der beschriebenen Auslösekriterien auf seine Relevanz für eine betriebsspezifische Betreuung zu prüfen. Die Auslösekriteri-en beschreiben betriebliche Zustände für die einzelnen Aufgabenfelder, deren Zutreffen mit „ja“ oder „nein“ zu beantworten ist. Bei mindestens einem „ja“ in einem Aufgabenfeld ist die Auslöseschwelle für die betriebs­spezifische Betreuung für das jeweilige Aufgabenfeld überschritten.

Teilschritt 1.1: Pro Aufgabenfeld jedes Auslösekriterium bewerten nach trifft zu: „ja“ oder „nein“.

Die Zusammenstellung der Auslösekriterien in den nachfolgenden Tabellen ist nicht abschließend. In der jeweils letzten Zeile (gekennzeichnet mit fortlau‑

 

37

 

Anhang 4

fendem Buchstaben und …) können weitere betriebsspezifische Auslösekrite-rien ergänzt werden.

Teilschritt 1.2: Jedes Aufgabenfeld überprüfen, ob die Auslöseschwelle überschritten ist.

Wenn mindestens eines der Auslösekriterien in einem Aufgabenfeld zutrifft, ist die Auslöseschwelle überschritten, und für dieses Aufgabenfeld ist dann eine betriebsspezifische Betreuung erforderlich.

Pro Aufgabenfeld bestimmen: Betriebsspezifische Betreuung erforderlich: „ja“ oder „nein“.

Teilschritt 1.3: Feststellen der zeitlichen Dauer des Erfordernisses betriebsspezifischer Betreuung.

Nur wenn einzelne Auslösekriterien aufgrund spezifischer Bedingungen zeit­lich befristet zutreffen, kann auch die betriebsärztliche und sicherheitstechni­sche Betreuung für diesen Teil des Aufgabenfeldes zeitlich befristet sein.

Treten temporäre Anlässe betriebsspezifisch wiederholend auf, ergibt sich dafür eine ständige betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung.

Schritt 2:          Festlegen der Leistungen und des Personalaufwandes

Die Festlegung der Leistungen und des Personalaufwandes erfolgt mithilfe von Aufwandskriterien. Aufwandskriterien sind Beschreibungen der mögli­chen Leistungen von Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit, aus denen sich der Aufwand für die betriebsspezifische Betreuung ableiten und quantitativ abschätzen lässt.

Teilschritt 2.1: Ermitteln und Festlegen der betriebsärztlichen und sicherheitstechnischen Leistungen für jedes Aufgabenfeld, bei dem die Auslöseschwelle überschrit­ten ist.

Mithilfe der Spalte „Beschreibung der Leistungen“ in den nachfolgenden Tabellen sind die Leistungen für den betriebsspezifischen Teil der Betreuung bezogen auf die konkreten betrieblichen Bedingungen inhaltlich zu beschrei­ben und betrieblich zu vereinbaren.

38

 

Anhang 4

Teilschritt 2.2: Ermitteln und Festlegen des betrieblich erforderlichen Personalaufwandes für jedes Aufgabenfeld, getrennt für den Betriebsarzt und die Fachkraft für Ar­beitssicherheit.

Anhand der Leistungsbeschreibung ist in der Spalte „Personalaufwand“ je­weils getrennt für den Betriebsarzt und für die Fachkraft für Arbeitssicherheit für das jeweilige gesamte Aufgabenfeld der Personalaufwand in Stunden festzulegen.

Der Aufwand soll möglichst als Stunden/pro Jahr bezogen auf ein Jahr festge­legt werden. Handelt es sich um eine temporäre Aufgabe, die über mehrere Jahre auftritt, soll der Jahresaufwand getrennt für die relevanten Jahre ermit­telt werden.

 

39

 

Anhang 4

B Leistungsermittlung

1      Regelmäßig vorliegende betriebsspezifische Unfall- und Gesundheitsgefahren, Erfordernisse zur menschengerechten Arbeitsgestaltung

1.1 Besondere Tätigkeiten

Auslösekriterien Aufwandskriterien
Auslösekriterien für

betriebsspezifische Betreuung

Trifft ja zu nein Beschreibung der Leistungen insgesamt für Auslösekriterien a) bis j) PersonalBA aufwand

Sifa

a) Feuerarbeiten in brand- und explosionsgefährdeten Bereichen q q ·    Ermitteln und Analysieren der spezifischen Gefährdungssituati-on (Gefährdungsfaktoren, Quel­len, gefahrbringende Bedin-gungen, Wechselwirkungen)

·    Spezifische tätigkeitsbezogene Risikobeurteilungen

·     Ermitteln des relevanten Stands der Technik und Arbeitsmedizin

·    Beratung zum Festlegen von Soll-Zuständen für die ermittelten Risiken

·      Entwickeln von Schutzkonzepten

·    Umsetzen der Schutzkonzepte unterstützen und begleiten

·    Durchführen von regelmäßigen Wirkungskontrollen

·    Gefährdungsbeurteilung fortschreiben

b)Gefährliche Arbeiten an unter Druck stehenden Anlagen q q
c) Arbeiten in gasgefährdeten Bereichen q q
d)Andere gefährliche Arbeiten (Schweißen in engen Räumen, Sprengarbeiten, Fällen von Bäumen, …) q q
e) Arbeiten unter Infektionsgefahren q q
f) Umgang mit ionisierender Strahlung, Arbeiten im Bereich elektromagnetischer Felder q q
g)Alleinarbeit q q
h)Andere Tätigkeiten, die besonde- re Schutzmaßnahmen erfordern q q
i) Tätigkeiten, die nicht typisch für den Wirtschaftszweig bzw. für das Kerngeschäft des Betriebs sind q q
j) … q q
Betriebsspezifische Betreuung erforderlich:

Bei mindestens einem zutreffenden „Ja“ ist betriebsspezifische Be- treuung erforderlich

ja

q

nein

q

Personalaufwand in Stunden für das Aufgabenfeld insgesamt (siehe Teilschritt 2.2): Std. Std.

 

 

40

 

Anhang 4

1.2 Arbeitsplätze und Arbeitsstätten, die besondere Risiken aufweisen

Auslösekriterien Aufwandskriterien
Auslösekriterien für

betriebsspezifische Betreuung

Trifft ja zu nein Beschreibung der Leistungen insgesamt für Auslösekriterien a) bis j) PersonalBA aufwand

Sifa

a) Vielzahl von unterschiedlichen Quellen bzw. besondere gefahr-bringende Bedingungen für spezifische Gefährdungen (z. B. Lärmquellen) q q ·    Ermitteln und Analysieren der spezifischen Gefährdungssituati-on (Gefährdungsfaktoren, Quel-len, gefahrbringende Bedin-gungen, Wechselwirkungen, …)

·       Spezifische Risikobeurteilungen für die Arbeitsplätze, -stätten

·    Beratung zum Festlegen von Soll-Zuständen

·    Ermitteln des relevanten Stands der Technik und Arbeitsmedizin

·      Entwickeln von Schutzkonzepten

·    Umsetzung der Schutzkonzepte unterstützen und begleiten

·    Durchführen von regelmäßigen Wirkungskontrollen

·    Gefährdungsbeurteilung fort-schreiben

b)Vielzahl von unterschiedlichen Gefahrstoffen q q
c) Arbeitsplätze, die besondere Schutzmaßnahmen bei Tätig- keiten mit krebserzeugenden, erbgutverändernden und frucht- barkeitsgefährdenden Gefahr- stoffen gemäß Gefahrstoffverord- nung erfordern q q
d)Arbeitsplätze, an denen mit biologischen Arbeitsstoffen der Risikogruppe 4 gemäß Biostoff- verordnung umgegangen wird q q
e) Gefährliche Arbeitsgegenstände (Abmessungen, Gewichte, Oberflächenbeschaffenheit, thermische Zustände, …) bzw. besondere gefahrbringende Bedingungen im Umgang q q
f) Arbeiten an hohen Masten, Türmen und an anderen hoch- gelegenen Arbeitsplätzen q q
g)Unübersichtliches Werksgelände mit innerbetrieblichem Transport und Verkehr q q
h)Arbeitsplätze, die besondere Schutzmaßnahmen erfordern q q

 

 

41

 

Anhang 4

1.2 Arbeitsplätze und Arbeitsstätten, die besondere Risiken aufweisen

Auslösekriterien Aufwandskriterien
Auslösekriterien für

betriebsspezifische Betreuung

Trifft ja zu nein Beschreibung der Leistungen insgesamt für Auslösekriterien a) bis j) PersonalBA aufwand

Sifa

i) Arbeitsplätze mit speziellen Anforderungen an die Funktions­fähigkeit sowie an die Überprü­fung der Wirksamkeit von Schutz­maßnahmen (Beispiel: Umfangreiche Prüfungen nach BetrSichV – beachte insbes. § 3 Abs. 3 sowie §§ 10 und 14 ff. BetrSichV) q q
j) … q q
Betriebsspezifische Betreuung erforderlich:

Bei mindestens einem zutreffenden „Ja“ ist betriebsspezifische Be- treuung erforderlich

ja

q

neinfür

q

Personalaufwand in Stunden das Aufgabenfeld insgesamt (siehe Teilschritt 2.2): Std. Std.

 

 

42

 

Anhang 4

1.3 Arbeitsaufgaben und Arbeitsorganisation mit besonderen Risiken

Auslösekriterien Aufwandskriterien
Auslösekriterien für

betriebsspezifische Betreuung

Trifft ja zu nein Beschreibung der Leistungen für Auslösekriterien a) bis c) PersonalBA aufwand

Sifa

Tätigkeiten mit Potenzialen psychischer und physischer Fehlbeanspruchung:
a) Anforderungen aus der Arbeitsauf- gabe (hohe Aufmerksamkeitanfor- derungen, große Arbeitmenge, besonderer Schwierigkeitsgrad, …) mit Potenzialen psychischer Fehlbeanspruchungen q q ·       Analyse der Anforderungen aus Arbeits­aufgabe und -organisation an die Psyche

·       Ermitteln spezifischer Quellen und Bedingungen der psychischen Belastungen im Arbeitssystem

·       Beurteilen der Gesundheitsrisiken durch psychische Fehlbeanspruchungen

·       Beratung zum Bestimmen von Soll-Zuständen zur Vermeidung von psychischen Fehlbeanspruchungen

·       Ermitteln des Stands der Technik und Arbeitsmedizin zur menschengerechten Gestaltung der Arbeitsaufgaben und der Arbeitsorganisation

·       Unterstützen bei der Entwicklung von Gestaltungslösungen

·       Umsetzung der Gestaltungslösungen unterstützen und begleiten

·       Durchführen von regelmäßigen Wirkungskontrollen

·       Gefährdungsbeurteilung fortschreiben

b)Anforderungen aus der Arbeits- organisation (Arbeitsablauf, Störungshäufigkeiten, Art der Zusammenarbeit, …) mit Potenzialen psychischer Fehlbeanspruchungen q q
c) Andere Anforderungen mit Potenzialen psychischer Fehlbeanspruchungen q q
Beschreibung der Leistungen für Auslösekriterien d) bis g)
d) Tätigkeiten mit Potenzialen phy- sischer Fehlbeanspruchungen: Manuelle Handhabung von Lasten (Hohe Risikostufe gem. Leitmerkmalmethode) q q ·       Analyse der Anforderungen an die Physis

·       Ermitteln spezifischer Quellen und Bedingungen physischer Belastungen im

Arbeitssystem• Beurteilen der Gesundheitsrisiken durch

physische Fehlbeanspruchungen

·       Beratung zum Bestimmen von Soll-Zuständen zur Vermeidung von physischen Fehlbeanspruchungen

·       Ermitteln des Stands der Technik und Arbeitsmedizin zur Reduzierung phy-sischer Fehlbeanspruchungen und zur menschengerechten Arbeitsgestaltung

·       Unterstützen bei der Entwicklung von Gestaltungslösungen

·       Umsetzung der Gestaltungslösungen unterstützen und begleiten

·       Durchführen von regelmäßigen Wirkungs-kontrollen

·       Gefährdungsbeurteilung fortschreiben

e) Tätigkeiten mit Potenzialen phy-sischer Fehlbeanspruchungen: Häufig wiederkehrende kurz- zyklische Bewegung kleiner Muskelgruppen q q
f) Tätigkeiten mit Potenzialen phy- sischer Fehlbeanspruchungen: Arbeit in Zwangshaltungen q q
g)Tätigkeiten mit Potenzialen phy- sischer Fehlbeanspruchungen: Statische Arbeit (z. B. Haltearbeit) q q

 

43

 

Anhang 4

Auslösekriterien Aufwandskriterien
Auslösekriterien für

betriebsspezifische Betreuung

Trifft ja zu nein Beschreibung der Leistungen für Auslösekriterium h) PersonalBA aufwand

Sifa

h) Schichtarbeit mit Nachtarbeitsan- teilen q q ·       Analyse der betrieblichen Schichtarbeits-situation und ihrer Bedingungen

·       Beurteilen der gesundheitlichen Risiken der Schichtarbeit

·       Ermitteln des relevanten Stands der Technik und Arbeitsmedizin zur Schicht-arbeit

·       Beratung zum Bestimmen von Soll­Zuständen zur Schichtarbeit

·       Unterstützen bei der Entwicklung von Gestaltungslösungen

·       Umsetzung der Gestaltungslösungen unterstützen und begleiten

·       Durchführen von regelmäßigen Wirkungs­kontrollen

·       Gefährdungsbeurteilung fortschreiben

Beschreibung der Leistungen für Auslösekriterium i)
i) Einsatz von Fremdfirmen mit einem betriebs- bzw. tätigkeits- spezifischen Gefährdungspoten- zial q q ·       Ermitteln betrieblicher Einsatzbedin-gungen von Fremdfirmen

·       Ermitteln der Gefährdungen und spezifischen gefahrbringenden Bedingungen im Zusammenhang mit dem Fremdfirmeneinsatz

·       Risikobeurteilung zum Fremdfirmenein-satz

·       Unterstützen bei der Erfüllung der Aus­wahl-, Informations- und Koordinierungs­pflichten, Vertragsgestaltung, Erlass betrieblicher Regelungen

·       Regelmäßige Kontrollen des Fremdfir-meneinsatzes

·       Gefährdungsbeurteilung fortschreiben

j) … q q
Betriebsspezifische Betreuung erforderlich:

Bei mindestens einem zutreffenden „Ja“ ist betriebsspezifische Be- treuung erforderlich

ja

q

nein

q

Personalaufwand in Stunden für das Aufgabenfeld insgesamt (siehe Teilschritt 2.2): Std. Std.

 

 

44

 

Anhang 4

1.4 Erfordernis arbeitsmedizinischer Vorsorge

Auslösekriterien Aufwandskriterien
Auslösekriterien für

betriebsspezifische Betreuung

Trifft ja zu nein Beschreibung der Leistungen für Auslösekriterien a) bis c) PersonalBA aufwand

Sifa

a) Pflichtuntersuchungen
erforderlich
q q ·    Erkenntnisse beschaffen über die konkreten Arbeitsbedingungen

·    Individuelles Aufklären der Beschäftigten über die Unter­suchungen

·     Durchführen der Untersuchungen

·Beraten der Beschäftigten zum Ergebnis

·    Bescheinigungen erstellen

·    Auswerten und Ableiten von Konsequenzen für Schutzmaß-nahmen

·    Umsetzung der Maßnahmen begleiten

·    Wirkungskontrollen

b)Angebotsuntersuchungen erforderlich q q
c) Wunschuntersuchungen
gefordert
q q
Betriebsspezifische Betreuung erforderlich:

Bei mindestens einem zutreffenden „Ja“ ist betriebsspezifische Be- treuung erforderlich

ja
q
neinfür q Personalaufwand in Stunden das Aufgabenfeld insgesamt (siehe Teilschritt 2.2): Std. Std.

 

 

45

 

Anhang 4

1.5 Erfordernis besonderer betriebsspezifischer Anforderungen beim Personaleinsatz

Auslösekriterien Aufwandskriterien
Auslösekriterien für

betriebsspezifische Betreuung

Trifft ja zu nein Beschreibung der Leistungen für Auslösekriterien a) und b) PersonalBA aufwand

Sifa

a) Anforderungen an die Qualifikati- on und andere personelle Voraus- setzungen der Beschäftigten entsprechend Forderungen in speziellen Vorschriften q q ·     Ermitteln spezifischer personeller Anforderungen

·       Beraten und Unterstützen bei der Erfüllung besonderer Qualifikations­anforderungen und anderer personen-bezogener Anforderungen

·       Unterstützen bei der Erarbeitung betrieblicher Regelungen zur Beachtung personeller Anforderungen

·       Regelmäßige Kontrolle der Erfüllung der Anforderungen

b)Qualifikationsanforderungen für Notfallsituationen q q
Beschreibung der Leistungen für Auslösekriterium c)
c) Personalentwicklungsmaß- nahmen (PE) zum Arbeitsschutz q q ·       Ermitteln des Qualifizierungsbedarfs im Arbeitsschutz

·       Ermitteln von betrieblichen zielgruppen­spezifischen PE-Maßnahmen und der Integration von Arbeitsschutzbelangen

·       Unterstützen bei der Entwicklung von PE-Maßnahmen zu Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

·       Hinwirken auf die Berücksichtigung von Arbeitsschutzbelangen in PE-Maßnahmen

·     Regelmäßiges Beobachten und Auswerten der Wirkungen von PE-Maßnahmen

Beschreibung der Leistungen für Auslösekriterium d)
d) Besondere Personengruppen

(Schwangere, Jugendliche, …)

q q ·       Ermitteln besonders schutzbedürftiger Personen

·       Ermitteln der Gefährdungen, denen besonders schutzbedürftige Personen ausgesetzt sind

·       Beurteilen gesundheitlicher Risiken

·       Beratung zum Festlegen von Soll-Zustän­den für den Schutz solcher Personen

·       Unterstützen bei der Entwicklung von Gestaltungslösungen und Einsatzmög­lichkeiten

·       Umsetzung der Gestaltungslösungen unterstützen und begleiten

·       Durchführen von Wirkungskontrollen

·       Gefährdungsbeurteilung fortschreiben

 

 

46

 

Anhang 4

Auslösekriterien Aufwandskriterien
Auslösekriterien für

betriebsspezifische Betreuung

Trifft ja zu nein Beschreibung der Leistungen für Auslösekriterium e) PersonalBA aufwand

Sifa

e) Einsatz von Zeitarbeitnehmern q q ·       Unterstützen bei der erstmaligen Durch-führung von Gefährdungsbeurteilungen für Zeitarbeitnehmer

·       Beraten bei der Auswahl von Zeitarbeits-unternehmen

·       Beraten bei der Vertragsgestaltung

·       Regelmäßige Überprüfung der Arbeits­plätze und Arbeitsbedingungen der Zeitarbeitnehmer

·       Unterstützen bei der Einweisung und Unterweisung der Zeitarbeitnehmer

·       Beraten zu besonderen Problemen der Zeitarbeit

Beschreibung der Leistungen für Auslösekriterium f)
f) Anforderungen an den Arbeits- prozess zur Teilhabe behinderter Menschen q q ·       Systematische Analyse der Bedingungen zur Teilhabe

·       Analysieren von Kompensationsmöglich­keiten

·       Vergleichen von Fähigkeits- und Anforde­rungsprofilen

·       Unterstützen bei Suche nach Teilhabe-möglichkeiten

·       Unterstützen bei Entwicklung von spezi-fischen Arbeitsgestaltungsmaßnahmen

·       Zusammenarbeit mit den relevanten Beauftragten

·       Hinwirken auf und Mitwirken beim Ab­schluss von Integrationsvereinbarungen

·       Hinwirken auf die Einbindung überbe­trieblicher Institutionen und Kooperieren mit diesen

 

 

47

 

Anhang 4

Auslösekriterien Aufwandskriterien
Auslösekriterien für

betriebsspezifische Betreuung

Trifft ja zu nein Beschreibung der Leistungen für Auslösekriterium g) PersonalBA aufwand

Sifa

g) Wiedereingliederung von Beschäftigten q q ·       Mitwirken im Rahmen eines betrieblichen Wiedereingliederungsmanagements

·       Spezifizieren der Gefährdungsbeurtei­lung im Hinblick auf die besonderen Leistungsvoraussetzungen

·       Ermitteln des Anpassungsbedarfs der

Arbeitssysteme•                           Mitwirken bei der Entwicklung von

Gestaltungslösungen und -konzepten zur Wiedereingliederung

·       Unterstützen bei der Umsetzung der Gestaltungslösungen

·       Hinwirken auf die Einbindung über­betrieblicher Institutionen und Kooperieren mit diesen

Beschreibung der Leistungen für Auslösekriterium h)
h) Betriebsspezifischer Aufwand für die Gewährleistung von Sicher- heit und Gesundheit verursacht durch Dritte (z. B. Kinder, Schüler, Studenten, Publikumsverkehr, Kunden, … q q ·       Unterstützen bei der erstmaligen Durch-führung von Gefährdungsbeurteilungen zur Berücksichtigung möglicher Gefähr-dungen der Beschäftigten durch dritte Personen

·       Regelmäßige Überprüfung der Arbeits-plätze und Arbeitsbedingungen hinsicht-lich möglicher Gefährdungen durch dritte Personen

·       Beraten zu besonderen Problemen zu Sicherheit und Gesundheit

i) … q q
Betriebsspezifische Betreuung erforderlich:

Bei mindestens einem zutreffenden „Ja“ ist betriebsspezifische Be- treuung erforderlich

ja

q

nein

q

Personalaufwand in Stunden für das Aufgabenfeld insgesamt (siehe Teilschritt 2.2): Std. Std.

 

 

48

 

Anhang 4

1.6 Sicherheit und Gesundheit unter den Bedingungen des demografischen Wandels

Auslösekriterien Aufwandskriterien
Auslösekriterien für

betriebsspezifische Betreuung

Trifft ja zu nein Beschreibung der Leistungen insgesamt für Auslösekriterien a) bis e) PersonalBA aufwand

Sifa

a) Hoher Anteil von älteren Beschäftigten q q ·       Analyse der Belegschaftssituation und des betrieblichen Umfeldes unter demo-grafischen Aspekten von Sicherheit und Gesundheit

·       Beurteilen des Bedarfs zur menschen-gerechten Arbeitsgestaltung unter demografischen Aspekten

·       Beurteilen der Risiken für älter werdende Belegschaften und ältere Beschäftigte

·Ableiten von Soll-Zuständen

·       Entwickeln von Gestaltungsvorschlägen zur altersgerechten Arbeitsgestaltung

·       Unterstützen bei der Umsetzung von Gestaltungsmaßnahmen

·       Unterstützen bei der Entwicklung des Führungsverhaltens im Hinblick auf älter werdende Belegschaften und ältere Beschäftigte

·       Beobachten der Entwicklungen und erzielten Wirkungen

·       Fortschreiben der Gefährdungs­beurteilung

b)Divergenz zwischen Fähigkeits- profil der Beschäftigten und Anforderungsprofil durch die Arbeitsaufgabe unter den Bedin- gungen alternder Belegschaften q q
c) Defizite in der altersadäquaten Arbeitsgestaltung q q
d)Entwicklung des Führungsverhal- tens unter den Bedingungen älter werdender Belegschaften q q
e) … q q
Betriebsspezifische Betreuung erforderlich:

Bei mindestens einem zutreffenden „Ja“ ist betriebsspezifische Be- treuung erforderlich

ja

q

nein

q

Personalaufwand in Stunden für das Aufgabenfeld insgesamt (siehe Teilschritt 2.2): Std. Std.

 

 

49

 

Anhang 4

1.7 Arbeitsgestaltung zur Vermeidung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren, Erhalt der individu­ellen gesundheitlichen Ressourcen im Zusammenhang mit der Arbeit

Auslösekriterien Aufwandskriterien
Auslösekriterien für

betriebsspezifische Betreuung

Trifft ja zu nein Beschreibung der Leistungen insgesamt für Auslösekriterien a) bis e) PersonalBA aufwand

Sifa

a) Überdurchschnittlich hoher Krankenstand (Vergleichswerte innerhalb des Unternehmens, vergleichbare Betriebe, Branchen- durchschnitt) q q ·       Analyse der Ursachen von arbeitsbe-dingten Gesundheitsgefahren und von Defiziten der menschengerechten Arbeitsgestaltung

·       Prüfen des relevanten Stands von Tech-nik, Arbeitsmedizin und Hygiene sowie der gesicherten arbeitswissenschaft-lichen Erkenntnisse zur menschen- und gesundheitsgerechten Arbeitsgestaltung

·Ermittlung von Ansatzpunkten zur Erhö-hung der Gesundheitskompetenz der Be­schäftigten bei der Arbeit und zur men-schengerechten Arbeitsgestaltung zum Erhalt der gesundheitlichen Ressourcen

·       Beratung zum Festlegen von Soll-Zustän-den zur Vermeidung von arbeitsbe­dingten Gesundheitsgefahren zur men-schengerechten Arbeitsgestaltung und zum Erhalt der individuellen gesundheit-lichen Ressourcen

·       Beraten, Informieren und Aufklären der Beschäftigten zur Befähigung, gesund-heitsrelevante Faktoren bei der Arbeit selbst positiv zu beeinflussen; Initiieren, Unterstützen von Lernprozessen

·       Beraten und Unterstützen bei der Ent-wicklung von betrieblichen Aktivitäten und Angeboten zum Erhalt der individu­ellen gesundheitlichen Ressourcen

·       Beraten und Unterstützen bei der men­schengerechten Arbeitsgestaltung zum Erhalt der individuellen gesundheitlichen Ressourcen (Gestaltung der Arbeitsaufga-ben, Arbeitsorganisation und Umgebung, soziale Arbeitsbedingungen)

·       Hinwirken auf die Realisierung solcher Gestaltungsansätze

·       Begleiten der Umsetzung

·       Regelmäßiges Beobachten und Auswer­ten der Wirkungen der Maßnahmen

b)Defizite in der menschen- und gesundheitsgerechten Gestaltung von Arbeitsaufgaben, Arbeitsor- ganisation und Arbeitsumgebung im Hinblick auf den Erhalt der gesundheitlichen Ressourcen q q
c) Nicht hinreichende Angebote zu betrieblichen Aktivitäten zum Erhalt der gesundheitlichen Ressourcen im Zusammenhang mit der Arbeit (Rückenschulen, Pausengymnastik, …) q q
d)Unzureichende Gesundheitskom- petenz der Beschäftigten zum Erhalt der gesundheitlichen Ressourcen im Zusammenhang mit der Arbeit q q
e) … q q
Betriebsspezifische Betreuung erforderlich:

Bei mindestens einem zutreffenden „Ja“ ist betriebsspezifische Be- treuung erforderlich

ja

q

nein

q

Personalaufwand in Stunden für das Aufgabenfeld insgesamt (siehe Teilschritt 2.2): Std. Std.

 

50

 

Anhang 4

1.8 Unterstützung bei der Weiterentwicklung eines Gesundheitsmanagements

Auslösekriterien Aufwandskriterien
Auslösekriterien für

betriebsspezifische Betreuung

Trifft ja zu nein Beschreibung der Leistungen insgesamt für Auslösekriterien a) bis c) PersonalBA aufwand

Sifa

a) Betriebliche Entscheidung für die Einführung eines Gesundheits- managements q q ·       Mitwirken, Unterstützen bei der Entwick-lung von betrieblichen Strukturen zum Gesundheitsmanagement (z. B. Einrich­ten von Steuerkreisen, Gesundheits-zirkeln, Vernetzung mit dem Arbeits-schutzausschuss)

·       Zusammenwirken mit anderen Akteuren der betrieblichen Gesundheit

(z. B. Gesundheitsbeauftragte, Akteure der Krankenkassen)

·       Unterstützen, Mitwirken bei der Steuerung von Prozessen eines Gesund­heitsmanagements (Prozesse sind insbesondere Erstellen von Gesundheits­berichten, Durchführen von Mitarbeiter-und von Aktionstagen, PR- und Marketingmaßnahmen, Planung von Programmen, Evaluation und Quali­tätsmanagement der entsprechenden Maßnahmen)

·       Hinwirken auf die dauerhafte Integration von Gesundheitsmanagement in Betriebsroutinen (Vernetzung mit dem Arbeitsschutzmanagement, Integration in die Betriebsorganisation und -führung)

qbefragungen

b)Betreiben eines Gesundheits- managements q q
c) … q
Betriebsspezifische Betreuung erforderlich:

Bei mindestens einem zutreffenden „Ja“ ist betriebsspezifische Be- treuung erforderlich

q nein

q

Personalaufwand in Stundenja        für das Aufgabenfeld insgesamt (siehe Teilschritt 2.2): Std. Std.

 

 

51

 

Anhang 4

2      Betriebliche Veränderungen in den Arbeitsbedingungen und in der Organisation

2.1 Beschaffung von grundlegend neuartigen Maschinen, Geräten

Auslösekriterien Aufwandskriterien
Auslösekriterien für

betriebsspezifische Betreuung

Trifft ja zu nein Beschreibung der Leistungen insgesamt für Auslösekriterien a) bis i) Personalaufwand

BA

Sifa

a) Für den Betrieb gegenüber der Grundbetreuung neuartige / neue Risiken sind zu erwarten q q ·     Unterstützen bei Gefährdungsermittlung und Risikobeurteilung der zu verän-dernden Arbeitssysteme durch die Beschaffung neuer Maschinen, Geräte

·     Beraten zur Ermittlung von Anforderun-gen an die zu beschaffenden Maschinen, Geräte

·     Beraten zu Anforderungen beim Einsatz neuartiger Maschinen, Geräte (Arbeits-systemgestaltung)

·       Mitwirken an der Erstellung von Pflichten-heften / Ausschreibungen

·Mitwirken bei der Bewertung von Angeboten sowie Vertragsgestaltungen

·     Überprüfen auf Erfüllung vereinbarter Anforderung bei Lieferung, Aufstellung, Montage, …

·     Mitwirken bei Realisierung der Verände-rungen; Unterstützen bei der Abnahme

·     Wirkungskontrolle

·     Fortschreiben der Gefährdungsbeurtei-lung

b)Neuartige Gefahrenquellen können auftreten q q
c) Grundlegend veränderte Wir- kungen auf die Arbeitsumgebung q q
d)Bisherige Schutzmaßnahmen können nicht / nur bedingt übertragen werden q q
e) Es bestehen keine standardisier- ten Lösungen q q
f) Es sind grundlegend neuartige Anforderungen an die Qualifikati- on / das arbeitsschutzgerechte Verhalten zu erwarten q q
g)Es wird eine grundlegend verän-derte Organisation erforderlich q q
h)Es entstehen andere / neue Schnittstellen zu bestehenden Arbeitssystemen q q
i) … q q
Betriebsspezifische Betreuung erforderlich:

Bei mindestens einem zutreffenden „Ja“ ist betriebsspezifische Be- treuung erforderlich

ja

q

nein

q

Personalaufwand in Stunden für das Aufgabenfeld insgesamt (siehe Teilschritt 2.2): Std. Std.

 

 

52

 

Anhang 4

2.2 Grundlegende Veränderungen zur Einrichtung neuer Arbeitsplätze bzw. der Arbeitsplatzausstat­tung; Planung, Neuerrichtung von Betriebsanlagen; Umbau, Neubaumaßnahmen

Auslösekriterien Aufwandskriterien
Auslösekriterien für

betriebsspezifische Betreuung

Trifft ja zu nein Beschreibung der Leistungen insgesamt für Auslösekriterien a) bis j) Personalaufwand

BA

Sifa

a) Für den Betrieb gegenüber der Grundbetreuung neuartige / neue Risiken sind zu erwarten q q ·     Unterstützen bei Gefährdungsermittlung und Risikobeurteilung der zu verän-dernden Arbeitssysteme

·     Unterstützen bei der Ermittlung und Festlegung von Anforderungen an die Arbeitsplatz-, Arbeitsstättengestaltung

·     Aufarbeiten relevanter Vorschriften und Regeln, des Stands der Technik und Arbeitsmedizin

·       Mitwirken an der Erstellung von Pflichten-heften / Ausschreibungen

·     Beraten zu Anforderungen beim Einsatz neuartiger Arbeitsplatzausstattung, Betriebsanlagen, Räume etc. (technisch, organisatorisch, personell)

·     Mitwirken bei der Bewertung von Angebo-ten sowie Vertragsgestaltungen

·     Unterstützen bei der Arbeitssystemge-staltung

·       Überprüfen auf Erfüllung vereinbarter Anforderungen bei Baumaßnahmen, Lieferung, Aufstellung, Montage, …

·     Mitwirken bei der Realisierung der Veränderungen; Unterstützen bei der Abnahme

·     Wirkungskontrollen

·     Fortschreiben der Gefährdungsbeurtei-lung

b)Neuartige Gefahrenquellen kön- nen auftreten q q
c) Grundlegend veränderte Wir- kungen auf die Arbeitsumgebung bzw. auf die Arbeitsplätze und Arbeitsabläufe q q
d)Bisherige Schutzmaßnahmen können nicht / nur bedingt übertragen werden q q
e) Es bestehen keine standardisier- ten Lösungen q q
f) Es sind grundlegend neuartige Anforderungen an die Qualifikati- on / das arbeitsschutzgerechte Verhalten zu erwarten q q
g)Es wird eine grundlegend verän-derte Organisation erforderlich q q
h)Es entstehen andere / neue Schnittstellen zu bestehenden Arbeitssystemen q q
i)     Es entstehen neue Zuständig- keiten / Verantwortlichkeiten q q
j) … q q
Betriebsspezifische Betreuung erforderlich:

Bei mindestens einem zutreffenden „Ja“ ist betriebsspezifische Be- treuung erforderlich

q nein

q

Personalaufwand in Stundenja für das Aufgabenfeld insgesamt (siehe Teilschritt 2.2): Std. Std.

 

 

53

 

Anhang 4

2.3 Einführung völlig neuer Stoffe, Materialien

Auslösekriterien Aufwandskriterien
Auslösekriterien für

betriebsspezifische Betreuung

Trifft ja zu nein Beschreibung der Leistungen insgesamt für Auslösekriterien a) bis g) Personalaufwand

BA

Sifa

a) Für den Betrieb gegenüber der Grundbetreuung andersartige / neue Risiken sind zu erwarten q q ·       Unterstützen bei der Informationsermitt-lung hinsichtlich der neuen Stoffe, Materialien

·       Beurteilen der Risiken durch die neuen Stoffe, Materialien

·       Unterstützen bei der Auswahl risikoarmer Stoffe, Materialien

·       Festlegen von Soll-Zuständen für den Einsatz von Stoffen und Materialien

·       Unterstützen bei der betrieblichen Zulassung und Freigabe von Stoffen und Materialien

·       Unterstützen bei der Festlegung von Schutzmaßnahmen

·       Mitwirken bei der Realisierung der Schutzmaßnahmen und Wirkungskontrol-len

·       Fortschreiben der Gefährdungsbeurtei-lung

b)Neuartige Gefahrenquellen kön- nen auftreten q q
c) Grundlegend veränderte Wir- kungen auf die Arbeitsumgebung bzw. auf die Arbeitsplätze und Arbeitsabläufe q q
d)Bisherige Schutzmaßnahmen können nicht / nur bedingt über- tragen werden q q
e) Es bestehen keine standardisier- ten Lösungen q q
f) Es sind völlig veränderte Anforde- rungen an die Qualifikation / das arbeitsschutzgerechte Verhalten zu erwarten q q
g)… q q
Betriebsspezifische Betreuung erforderlich:

Bei mindestens einem zutreffenden „Ja“ ist betriebsspezifische Be- treuung erforderlich

q nein

q

Personalaufwand in Stundenja für das Aufgabenfeld insgesamt (siehe Teilschritt 2.2): Std. Std.

 

 

54

 

Anhang 4

2.4 Grundlegende Veränderung betrieblicher Abläufe und Prozesse; grundlegende Veränderung der Arbeitszeitgestaltung; grundlegende Änderung, Einführung neuer Arbeitsverfahren

Auslösekriterien Aufwandskriterien
Auslösekriterien für

betriebsspezifische Betreuung

Trifft ja zu nein Beschreibung der Leistungen insgesamt für Auslösekriterien a) bis j) Personalaufwand

BA

Sifa

a) Für den Betrieb gegenüber der Grundbetreuung andersartige / neue Risiken sind zu erwarten q q ·     Gefährdungsermittlung und Risikobeur-teilung der zu verändernden Arbeitssy-steme

·     Unterstützen der Ermittlung und Festle­gung von Anforderungen an die Gestal-tung von Abläufen, Arbeitsverfahren, Arbeitszeit

·     Aufarbeiten relevanter Vorschriften und Regeln, des Stands der Technik und Arbeitsmedizin, entspr. umfassende Recherchen

·     Beraten zu Anforderungen bei der Verän-derung von Abläufen, Arbeitsverfahren, Arbeitszeit

·     Unterstützen bei der Arbeitssystemge-staltung

·     Mitwirken bei der Realisierung der Veränderungen; Unterstützen bei der Abnahme

·     Wirkungskontrollen

·     Fortschreiben der Gefährdungsbeurtei-lung

b)Neuartige Gefahrenquellen kön­nen auftreten q q
c) Veränderte Wirkungen auf die Arbeitsumgebung bzw. auf die Arbeitsplätze und Arbeitsabläufe q q
d)Bisherige Schutzmaßnahmen können nicht / nur bedingt über- tragen werden q q
e)       Es bestehen keine standardisier- ten Lösungen q q
f) Es sind völlig veränderte Anforde- rungen an die Qualifikation / das arbeitsschutzgerechte Verhalten zu erwarten q q
g)       Es wird eine völlig veränderte Organisation erforderlich q q
h)Es entstehen andere / neue Schnittstellen zu bestehenden Arbeitssystemen q q
i) Es entstehen neue Zuständig­keiten / Verantwortlichkeiten q q
j) …
Betriebsspezifische Betreuung erforderlich:

Bei mindestens einem zutreffenden „Ja“ ist betriebsspezifische Be- treuung erforderlich

ja

q

nein

q

Personalaufwand in Stunden für das Aufgabenfeld insgesamt (siehe Teilschritt 2.2): Std. Std.

 

 

55

 

Anhang 4

2.5 Spezifische Erfordernisse zur Schaffung einer geeigneten Organisation zur Durchführung der Maßnahmen des Arbeitsschutzes sowie zur Integration in die Führungstätigkeit und zum Aufbau eines Systems der Gefährdungsbeurteilung

Auslösekriterien Aufwandskriterien
Auslösekriterien für

betriebsspezifische Betreuung

Trifft ja zu nein Beschreibung der Leistungen insgesamt für Auslösekriterien a) bis g) Personalaufwand

BA

Sifa

a) Erfordernisse zur Integration in die Führungstätigkeit und zum Aufbau einer geeigneten Organi-q sation, soweit Bedarf über die Grundbetreuung hinaus besteht q ·       Aufbereiten und Darstellen von Sinnhaf-tigkeit, Notwendigkeit und Nutzen der Implementierung und Weiterentwicklung einer geeigneten Organisation und der Integration in die Führungstätigkeit bzw. eines Gesamtsystems der Gefährdungs­beurteilung, Beraten der Unternehmens-leitung

·Ermitteln des spezifischen Bedarfs für die Implementierung und Weiterentwicklung, Analyse des erreichten Stands; Systema­tisieren des weiteren Vorgehens

·       Entwickeln und Vereinbaren von Zielen mit der Unternehmensleitung

·       Entwickeln von betriebsspezifischen Konzepten für die Integration von Arbeits-schutzbelangen in das betriebliche Management, in Managementsysteme, zum Aufbau von Arbeitsschutzmanage-mentsystemen, für ein Gesamtsystem zur Gefährdungsbeurteilung

·       Unterstützen bei der Realisierung der Konzepte

·       Audits und Wirkungskontrollen

·Kontinuierlichen Verbesserungsprozess unterstützen

b)Betriebsspezifische Erfordernisse zur Implementierung eines Gesamtsystems der Gefährdungs- beurteilung q q
c) Grundlegende Veränderungen zur Integration des Arbeitsschutzes in das Management q q
d)Einführung von Managementprin- zipien und -systemen mit Relevanz zum Arbeitsschutz q q
e) Integration des Arbeitsschutzes in bestehende Managementsy- steme q q
f) Aufbau eines Arbeitsschutzma- nagementsystems q q
g)… q q
Betriebsspezifische Betreuung erforderlich:

Bei mindestens einem zutreffenden „Ja“ ist betriebsspezifische Be- treuung erforderlich

q nein

q

Personalaufwand in Stundenja für das Aufgabenfeld insgesamt (siehe Teilschritt 2.2): Std. Std.

 

 

56

 

Anhang 4

3      Externe Entwicklung mit spezifischem Einfluss auf die betriebliche Situation

3.1 Neue Vorschriften, die für den Betrieb umfangreichere Änderungen nach sich ziehen

Auslösekriterien Aufwandskriterien
Auslösekriterien für

betriebsspezifische Betreuung

Trifft ja zu nein Beschreibung der Leistungen insgesamt für Auslösekriterien a) bis d) Personalaufwand

BA

Sifa

a) Fortschreiben der Gefährdungsbe-

urteilung ist erforderlich

q q ·       Aufarbeiten grundlegender Konse-quenzen für den Betrieb

·       Unterstützen bei der Beurteilung der Arbeitsbedingungen nach Maßgabe der neuen Vorschrift

·       Organisation von erforderlichen Qualifi-zierungsaktivitäten zur Vorschrift generell

·       Ableiten von Konsequenzen für die Zuweisung von Aufgaben, Zuständig-keiten und Verantwortung

·       Mitwirken bei Veränderungen betrieb-licher Ablauforganisation

·       Unterstützen bei notwendigen tech­nischen und organisatorischen Verände­rungen in den Arbeitssystemen

·       Unterstützen bei der Vorbereitung und Durchführung von Maßnahmen zum arbeitsschutzgerechten Verhalten der Beschäftigten

b)Veränderungen in den bestehen- den Arbeitssystemen sind erfor- derlich q q
c) Veränderungen in der Ausgestal- tung einer geeigneten Organisati- on sind erforderlich q q
d)… q q
Betriebsspezifische Betreuung erforderlich:

Bei mindestens einem zutreffenden „Ja“ ist betriebsspezifische Be- treuung erforderlich

q neinq Personalaufwand in Stundenjafür das Aufgabenfeld insgesamt (siehe Teilschritt 2.2): Std. Std.

 

 

57

 

Anhang 4

3.2 Weiterentwicklung des für den Betrieb relevanten Stands der Technik und Arbeitsmedizin

Auslösekriterien Aufwandskriterien
Auslösekriterien für

betriebsspezifische Betreuung

Trifft ja zu nein Beschreibung der Leistungen insgesamt für Auslösekriterien a) bis e) Personalaufwand

BA

Sifa

a) Grundlegend neue Erkenntnisse zu Gefährdungen q q ·       Ermitteln des betriebsspezifisch weiter-entwickelten Stands der Technik und Arbeitsmedizin

·       Aufarbeiten der grundlegenden Konse-quenzen für den Betrieb

·       Unterstützen bei der Beurteilung der Arbeitsbedingungen entsprechend dem weiterentwickelten Stand der Technik und Arbeitsmedizin

·       Entwickeln von Gestaltungs-und Schutz-konzepten entsprechend dem weiterent­wickelten Stand der Technik und Arbeits-medizin

·       Unterstützen bei notwendigen tech­nischen und organisatorischen Verände-rungen in den Arbeitssystemen

·       Begleiten der Realisierung

·       Wirkungskontrolle

·       Fortschreiben der Gefährdungsbeurtei­lung

b)Auswertung überbetrieblich auftretender Ereignisse (Groß- brände, Epidemien, …) q q
c) Neuartige Lösungskonzepte zur Vermeidung / Bekämpfung von Gefährdungen q q
d)Neuartige Ansätze zur Stärkung von Gesundheitsfaktoren q q
e) … q q
Betriebsspezifische Betreuung erforderlich:

Bei mindestens einem zutreffenden „Ja“ ist betriebsspezifische Be- treuung erforderlich

ja

q

nein q(siehe

Personalaufwand in Stunden für das Aufgabenfeld insgesamt Teilschritt 2.2):

Std. Std.

 

 

58

 

Anhang 4

4      Betriebliche Aktionen, Programme und Maßnahmen

Schwerpunktprogramme, Kampagnen sowie Unterstützung von Aktionen zur Gesundheitsförde­rung

Auslösekriterien Aufwandskriterien
Auslösekriterien für

betriebsspezifische Betreuung

Trifft ja zu nein Beschreibung der Leistungen insgesamt für Auslösekriterien a) bis j) Personalaufwand

BA

Sifa

a) Initiative, Entscheidung des Arbeitgebers bzw. Erfordernis zu Schwerpunktprogrammen zur Bekämpfung von Gefährdungs­schwerpunkten: Anzahl der Exponierten gegenüber speziellen Gefährdungen (getrennt zu be­trachten nach den verschiedenen Gefährdungen), zeitliche Häufig- keit der Expositionen q q ·       Analyse des Problems, zu dem ein Programm durchgeführt werden soll

·       Vorbereiten von Zielsetzungen betrieb-licher Schwerpunktprogramme

·       Entwickeln von Bewertungskriterien für den Erfolg des Programms

·       Klären der inhaltlichen Ausgestaltung (Programmplanung, Arbeitsschritte, …)

·       Unterstützen bei der Planung erforder-licher Ressourcen und Vorbereitung entsprechender Entscheidungen

·       Beraten, Informieren und Aufklären der Beschäftigten zur Befähigung, gesund­heitsrelevante Faktoren bei der Arbeit selbst positiv zu beeinflussen; Initiieren, Unterstützen von Lernprozessen

·       Entwickeln programmspezifischer Organi­sationsformen

·       Beiträge zur Organisation der Öffentlich-keitsarbeit

·       Aktive Mitwirkung bei der Umsetzung der Programmschritte; Koordinieren von Aktivitäten

b)Initiative, Entscheidung des Arbeitgebers bzw. Erfordernis zu Schwerpunktprogrammen zum sicherheits- / gesundheitsge- rechten Verhalten; Aktionen zur Kompetenzentwicklung / Qualifi- zierung im Arbeitsschutz q q
c) Initiative, Entscheidung des Arbeitgebers bzw. Erfordernis zu Schwerpunktprogrammen nach besonders schwerwiegenden Unfällen

q

q
d)Initiative, Entscheidung des Arbeitgebers bzw. Erfordernis zu Schwerpunktprogrammen zur Gesundheitsförderung q q
e) Initiative, Entscheidung des Arbeitgebers bzw. Erfordernis zu Schwerpunktprogrammen zur Verbesserung der Arbeitskultur, des sozialen Umfeldes usw. q q
f) Programme, Strategien und Kam- pagnen zur Bewältigung von körperlichen Belastungen q q

 

 

59

 

Anhang 4

Auslösekriterien Aufwandskriterien
Auslösekriterien für

betriebsspezifische Betreuung

Trifft ja zu nein Beschreibung der Leistungen insgesamt für Auslösekriterien a) bis j) Personalaufwand

BA

Sifa

g)Programme, Strategien und Kam- pagnen zur Bewältigung psychi­scher Belastungen q q
h)Verbesserungsbedarf der psycho­sozialen Belastungs-Beanspru-chungs-Situation durch die sozia­len Arbeitsbedingungen im Hinblick auf den Erhalt der ge­sundheitlichen Ressourcen (Soziale Arbeitsbedingungen betreffen vor allem: positive soziale Bindungen, gegenseitige Unterstützungsmöglichkeiten, Mitwirkungsmöglichkeiten am Arbeitsplatz, mitarbeiterorien- tierte Führungstätigkeit, Entwick- lung der Unternehmenskultur) q q ·     Controlling; Ergebnismessung

·     Aufarbeiten von Erfahrungen und Schlussfolgerungen

·     Maßnahmen zur Nachhaltigkeit

·     Unterstützen bei der Entwicklung des Führungsverhaltens im Hinblick auf älter werdende Belegschaften und ältere Beschäftigte

i) Entwicklung eines betrieblichen Leitbildes zur Beschäftigung Älterer, einer entsprechenden Arbeitskultur q q
j) … q q
Betriebsspezifische Betreuung erforderlich:

Bei mindestens einem zutreffenden „Ja“ ist betriebsspezifische Be- treuung erforderlich

q nein

q

Personalaufwand in Stundenja für das Aufgabenfeld insgesamt (siehe Teilschritt 2.2): Std. Std.

 

 

60

 

Anhang 5

Gesetz über Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit

 

Quelle:

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