Prüfung-von-Anschlagmittel

Prüfung von Anschlagmittel und Krane

Die Muskelkraft eines Menschen reicht in der Industrie nicht aus. Ob Ausleger-, Fahrzeug- oder Brückenkran, diese und weitere Kranarten ermöglichen das Heben von schweren Lasten. Mithilfe eines Kranes wird der Transport von schweren Gütern vereinfacht, da er sich in die gewünschte Richtung lenken lässt, meistens in mehr als eine Richtung.

Damit die Sicherheit gewährleistet wird, darf ein Kran nur von qualifizierten Personen gesteuert werden. Eine entsprechende Lastaufnahmeeinrichtung sowie die Einhaltung der Tragfähigkeit müssen beachtet werden. Geschieht dies nicht, kann es beim Transport zu schweren Unfällen kommen. Nicht nur das Leben vom Kranführer, auch das Leben aller Menschen im näheren Umfeld des Krans könnten gefährdet werden.
Die Grundvoraussetzungen, die für einen sicheren Transport befolgt werden müssen, werden im nachstehenden Text erläutert.

Krane und Hebezeuge

Die Hebezeuge müssen für die entsprechenden Lasten geeignet sein, daher muss beispielsweise auf die Tragfähigkeit und die Hubhöhe geachtet werden. Die Inbetriebnahme darf erst nach einer ordnungsgemäßen Prüfung geschehen. Die Ergebnisse werden im Prüfbuch vorschriftsmäßig festgehalten, dieses und die Betriebsanleitung müssen stets zur Verfügung stehen. Die Prüfung besteht aus den Vor-, Bau- und Abnahmeprüfungen. Auch nach der Inbetriebnahme folgen weitere Prüfungen, um die einwandfreien Funktionen der Bauteile und der Sicherheitseinrichtungen zu gewährleisten.

Die genauen Anweisungen der Prüfungsordnung können in der jeweiligen Betriebsanleitung, in der Verordnung „Lastaufnahmeeinrichtungen“ (§ 3 Abs. 3) der Betriebssicherheitsverordnung und in der Unfallverhütungsvorschrift „Krane“ (BGV D6) eingesehen werden.

Lastaufnahmeeinrichtungen

Die Lastaufnahmeeinrichtungen stellen die Verbindungen zwischen dem Kran und dem Transportgut dar. Diese werden in drei Kategorien eingeteilt. Zu den ersten beiden Kategorien zählen Bauteile, die nicht Teil des Krans sind. Diese sind erstens die Lastaufnahmemittel, wie beispielsweise Greifer, Lasthebemagnete, Pfannen oder C-Haken, und zweitens die Anschlagmittel, wie beispielsweise Seile, Ketten, Hebebänder und lösbare Verbindungsstücke. Zur dritten Kategorie zählen Bauteile, die stets mit dem Kran verbunden sind. Diese sogenannten Tragmittel dienen der Aufnahme von Lastaufnahmemitteln, Anschlagmitteln sowie Lasten. Hierzu zählen unter anderem Kranhaken oder Traversen.

Um einen sicheren Transport der Lasten zu gewährleisten, müssen die Lastaufnahmeeinrichtungen für die jeweilige Arbeit geeignet sein. Ketten und Seile dürfen beispielsweise nur für Güter verwendet werden, die die Tragfähigkeit der jeweiligen Anschlagmittel nicht überschreiten. Ebenso sind Prüfungen vorgeschrieben, die im Prüfbuch ordnungsgemäß vermerkt werden, zu diesen zählen erstmalige Prüfungen und wiederholte Prüfungen. Handelt es sich um Lasten, die kraftschlüssig (durch Greifer, Vakuumheber oder Lasthebemagneten) befestigt werden, muss hier besonders gründlich auf die Sicherheit geachtet und die einwandfreie Funktion geprüft werden.
Die genauen Anweisungen der Prüfungsordnung für Lastaufnahmeeinrichtungen können in der jeweiligen Betriebsanleitung, in der Verordnung „Lastaufnahmeeinrichtungen“ (§ 3 Abs. 3) der Betriebssicherheitsverordnung und im Abschnitt 2.8 der BG-Regel BGR 500 eingesehen werden.

Bau- und Ausrüstungsbestimmungen

In welchen Richtlinien die Bau- und Ausrüstungsbestimmungen für Lastaufnahmeeinrichtungen und Hebezeuge zu finden sind, richtet sich nach dem jeweiligen Herstellungsdatum. Für solche, die vor dem 31.12.1994 angefertigt wurden, befinden sich die Richtlinien im BGV D 6 und im VBG 9a. Für solche nach dem 01.01.1995, können die Bestimmungen in der EG- Maschinenrichtlinie 98/37/EG eingesehen werden. Liegt das Herstellungsdatum nach dem 29.12.2009, gilt die neue Maschinenrichtlinie 2006/42/EG.